1784 Carl Arnold Kortum: Leben, Meynungen und Thaten von Hieronymus Jobs dem Kandidaten, und wie er sich weiland viel Ruhm erwar

Carl Arnold Kortums (1745 Mülheim | R.-1824 Bochum) »Jobsiade« zählt zu den Klassikern des deutschen Humors. Das »komische Heldengedicht« – eine zeitgenössische Satire in Knittelversen – handelt von den feuchtfröhlichen Aventüren des Studenten Hieronymus Jobs und bereichert damit das seinerzeit beliebte Genre der »Kandidatenliteratur«. Kortum beabsichtigte mit dem Werk, wie er in seinem Tagebuch schrieb, »eine Art von Satyre über die zur Mode gewordenen Schriften im Volkston«: »So wie man sich darin gleichsam bemüht, die Versart und Sprache zu verderben, so habe ich dieses so spöttisch als möglich nachgeahmt.« Dies führt in der Umsetzung zu gewaltsamen Reimen, die Kortum »höchst kunstfertig in scheinbarer Ungeschicklichkeit« schmiedete. In parodistischer Manier entwarf Kortum auch die Illustrationen – selbstgefertigte Holzschnitte nach Motiven von Spielkarten und Tabaksetiketten, aus Andachtsbüchern und Schulfibeln. Die »Jobsiade« erreichte eine Auflage von etwa 100.000 Exemplaren und wurde unter anderem von Wilhelm Busch illustriert.

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Tondokumente

  • Die Jobsiade audio/mpeg, 12 MB