Die 1844 von Otto Lüning gegründete demokratische Zeitschrift »Das Weser-Dampfboot« bzw. »Das Westphälische Dampfboot« (1845-48) war das Sprachrohr des so genannten »Rhedaer Kreises«, der für liberale Programme wie etwa die Forderung nach gleicher Volksbildung eintrat. Zu den Kontaktpersonen des »Dampfbootes« gehörten unter anderem Wilhelm Weitling, Ferdinand Freiligrath, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Friedrich Engels und Karl Marx. Das Engagement des Blattes ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Verarmung, Massenverelendung und den Hungerzeiten im Jahrzehnt vor der 1848er Revolution zu sehen. Damals, im Zeichen der Vorindustrialisierung, erlebte Westfalen eine seiner größten wirtschaftlichen und sozialen Krisen. Vorbild des »Dampfbootes« war die von Marx geleitete »Rheinische Zeitung« (1842/43). In ironischer Anlehnung an Bettina von Arnims Werk »Dieß Buch gehört dem König« gab Lüning 1845 das Jahrbuch »Dieß Buch gehört dem Volke« heraus. Es sollte den Leser zu einer »festen, politischen Gesinnung« verhelfen.
Tondokumente
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