1910 Heinrich Kämpchen: Was die Ruhr mir sang

»Das ist des Bergmanns früher Tod: / Er muß im Schacht / Tagtäglich scharren um sein Brot / In Dunst und Nacht.« Heinrich Kämpchen (1847-1912) hatte eine große Leserschaft, weil er von 1890 bis 1912 in fast jeder Ausgabe der »Bergmanns-Zeitung« mit einem Gedicht auf der Titelseite vertreten war. In seinen Versen tritt das Elend des Kumpels ungeschönt vor Augen. Wegen seiner Beteiligung am großen Bergarbeiterstreik von 1889 wurde er auf die »Schwarze Liste« der Grubeneigner gesetzt, d.h. mit Berufsverbot belegt. Kämpchens Westfalenlied fehlt der enthusiastische Ton vergleichbarer Lieder: »So haben oft schon deine Dichter / Im Lied dir den Tribut gezollt – / Ich aber ford‘re andre Richter / Und buhle nicht um Gunst und Gold. / Wohl will ich dich, Westfalen, preisen, / Doch ächten auch die harte Fron, / Womit man Kohle hier und Eisen / Gewinnt um einen Hungerlohn.« Kämpchen gilt als Mitbegründer der Arbeiterdichtung in Westfalen.

Tondokumente

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