Otto Wohlgemuth (1884-1965) ist bereits Repräsentant einer neuen Richtung der Arbeiterdichtung. Sein Vorbild waren »anerkannte« Literaten wie Richard Dehmel, Arno Holz oder Gerhart Hauptmann. Seine beiden Gedichtbände »Drei Sonette« und »Aus der Tiefe« dokumentieren schon durch ihre aufwendige Gestaltung den Abstand von der traditionellen Arbeiterliteratur. Sozialkritische Akzente finden sich vor allem in Wohlgemuths Gedichtband »Aus der Tiefe« (1937). Aus gesundheitlichen Gründen war Wohlgemuth nicht fortwährend im Bergbau tätig. 1923 gab er seinen Beruf als Bergmann endgültig auf und wurde Bibliothekar in Buer. Im selben Jahr gründete er den »Ruhrlandkreis«, der bis 1926 bestand. Als Ziel formulierte Wohlgemuth 1924, es gelte, »dem seelischen Gehalt unserer Industrielandschaft die merkwürdig ergreifende Schönheit abzugewinnen«. Literarisches Ergebnis der Vereinigung sind der »Ruhralmanach« (1924) und die Anthologie »Ruhrland« (1925), beide von Wohlgemuth herausgegeben.
Tondokumente
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Schlagende Wetter audio/mpeg, 25 MB