1923 Heinrich Luhmann: Heilige in Holzschuhen

Der Lehrer Heinrich Luhmann (1890-1978) ist neben Augustin Wibbelt (1862-1947) und Winckler der westfälische Volkserzähler der 1920er bis 1940er Jahre. Seit den frühen 1920er Jahren veröffentlichte er zahlreiche, häufig humorvolle, im Bauernmilieu spielende Dorferzählungen und engagierte sich daneben in der Heimatbewegung. Im Dritten Reich kamen großangelegte Bauernromane und historische Erzählungen hinzu, in denen der Autor der Blut-und-Boden-Ideologie seinen Tribut zollte. So »stellt er in künstlich-archaisierendem Monumentalstil schreckliche Konflikte von Blut und Leidenschaft, Schuld und Schicksal auf seine Bühne… Was der Autor aber für eine Anthologie ›Westfälische Geschichten‹ 1938 von verschiedenen Verfassern zusammenträgt, ist mit geringen Ausnahmen ganz ›linientreue‹ Dichtung, mit einigen besonders problematischen Beispielen für die Verherrlichung einer Opfergesinnung für den Krieg.« (Renate von Heydebrand) Auch Heinrich Luhmann wurde während der NS-Zeit mit dem Westfälischen Literaturpreis ausgezeichnet.

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  • Heilige in Holzschuhen audio/mpeg, 6 MB