Der 1876 in Minden geborene Verleger Max Bruns war ein entschiedener Anwalt der Moderne: Er verkörperte den Typus eines rein literarischen Verlegers, der zuweilen um den Preis des Ruins ausschließlich seiner Kunstgesinnung folgte. Bruns legte besonderen Wert auf die Ausstattung der bei ihm erscheinenden Bände und beschäftigte die bedeutendsten Buchkünstler der Zeit (Fritz Helmuth Ehmke, Marcus Behmer, Walter Tiemann). Heute stellen die unter seiner Ägide verlegten Bücher bibliophile Kostbarkeiten dar. Mit einem derart prononcierten Bekenntnis zum Ästhetischen war der Bruns-Verlag (nicht nur) in der westfälischen Buchlandlandschaft eine Singularität. Besondere Anerkennung erwarb sich der Verlag durch den Druck bedeutender Werke der Weltliteratur. Es erschienen Dichtungen und zum Teil sogar autorisierte Gesamtausgaben von Dostojewski, Edgar Allan Poe, Oscar Wilde, H.G. Wells, Flaubert, Baudelaire und André Gide. – Bibliophile Verlage sind in der aktuellen westfälischen Buchlandschaft kaum anzutreffen. Zu nennen ist mit speziellem Bezug zur westfälischen Literatur die »Edition Wort und Bild« des Bochumer Künstlers Horst-Dieter Gölzenleuchter (www.hdgoelzenleuchter.de ).