Das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur ist eine europaweit einzigartige Institution. Der Anfang des Instituts ist eng verknüpft mit dem regen Kulurleben der Stadt Dortmund, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die westfälische Literaturstadt war. Damals begann Fritz Hüser systematisch Arbeiterliteratur (Erstausgaben, Briefe, Manuskripte) zu sammeln. Er war zu dieser Zeit noch im Bergbau tätig. Nach einem Betriebsunfall schulte er zum Bibliothekar um. 1945 wurde er Leiter der Dortmunder Volksbüchereien, deren Bestand er von 12.000 auf 300.000 Bände ausbaute. Außerdem begründete mit er Hilfe von Zeitungsausschnitten und Notizen eine Dokumentation zur proletarischen Kultur in Dortmund und im Ruhrgebiet. Hüser ist die Neuherausgabe von Werken älterer Arbeiterdichter ebenso zu verdanken wie die Hereinnahme von Texten aus der Industrie- und Arbeitswelt in deutschsprachige Schullesebücher. Hüser wurde »Geburtshelfer, geistiger Vater, Mäzen und Pate« (Albin Lenhart) der »Gruppe 61« (s. das entsprechende Stichwort).