Anfang der 1970er Jahre hatte sich die »Gruppe 61« überlebt. Jüngere Autoren, darunter Günter Wallraff, Erika Runge und Angelika Mechtel, planten, Schreibwerkstätten für Arbeiter ins Leben zu rufen. Ein Vorbild war die »Literarische Werkstatt Gelsenkirchen« um Hugo Ernst Käufer. Stärker als die »Gruppe 61« war man politisch agitativ in der Öffentlichkeit tätig (Plakataktionen; Texte auf Bierdeckeln und Streichholzschachteln, Agit-Prop-Aktionen). Das breit gefächerte Themenspektrum spiegelt sich in einer eigenen Schriftenreihe im renommierten Fischer-Verlag wider. Seit 1973 kamen hier über 50 Titel des Kreises heraus. Die Gesamtauflage lag bei 350.000 Exemplaren. Die »Werkkreis«-Bewegung steht stellvertretend für die starke Akzentuierung sozialer Dichtung in Westfalen.