L wie Literaturbüros

»Jeder ist ein Küntsler!« Nein, hier liegt kein Druckfehler bzw. Buchstabendreher vor. Das sprachliche Apercu von Joseph Beuys ist dem Grundgedanken, der in den 1980er Jahren zur Gründung des ersten westfälischen Literaturbüros führte, gar nicht so fremd. Die Büros sollten die literarischen Kräfte der Region bündeln, Talente fördern und Kontakte zu Verlagen herstellen. Die Büros verstehen sich im weitesten Sinne als »Lobbyeinrichtung für Literatur«. Gleich drei Literaturbüros werben in Westfalen um die Gunst der Leser: Das »Westfälische Literaturbüro Unna«, das »Literaturbüro OWL Detmold« und das »Literaturbüro Ruhr« in Gladbeck. Das Land NRW stellt (gemeinsam mit weiteren Partnern) die personelle und logistische Grundausstattung, während die Büros ihre Projektmittel selbst einwerben müssen. Die genannten Literaturbüros haben sich (obwohl sie auch weiterhin Seminare und Workshops) anbieten, zu Agenturen entwickelt, die mit hochrangigen Veranstaltungsreihen auf sich aufmerksam machen. Zu nennen ist etwa das Literatur- und Musikfestival »Wege durch das Land«, das poetische Orte in Ostwestfalen mit hochkarätigen Programmpunkten bespielt, oder das schon erwähnte Krimi-Festival »Mord am Hellweg«. Veranstaltungsreihe des Literaturbüros Ruhr tragen den Titel »Die Stadt von unten« oder »Problemski Hotel: Heimat«. Als besonderen Service stellt das Literaturbüro Ruhr auf seiner Webseite einen von Gerd Herholz verfassten »Streifzug durch die Literaturgeschichte Nordrhein-Westfalens« vor (s. die Stichpunkte »Westfälisches Literaturbüro Unna «, Literaturbüro OWL Detmold , Literaturbüro Ruhr ).