Der WDR (zunächst NWDR) betrieb auf seine Weise Literaturförderung. Von der Ausstrahlung eines einzelnen Hörspiels konnte ein Autor manchmal ein Jahr lang einen Großteil seines Lebensunterhalts bestreiten. Wohl jeder hauptberuflich tätige westfälische Autor hat auf irgendeine Art und Weise mit dem Rundfunk zu tun, was gleichermaßen für die niederdeutschen Autorinnen und Autoren gilt. – Ein Autor, der schon früh die propagandistischen Möglichkeiten des Rundfunks erkannte, war der niederdeutsche Schriftsteller Karl Wagenfeld. Er war Mitarbeiter der »Westdeutschen Funkstunde« und bis 1933 Vorsitzender des Kulturbeirats des Westdeutschen Rundfunks. In solcher Funktion versuchte er, im Sinne seiner Heimatideologie Einfluss auf das Programm zu nehmen. Auch als Interpret war er höchst aktiv und angesehen. – Ein Pionier des Rundfunkzeitalters war Peter Paul Althaus, der 1928 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks wurde. Er verfasste und inszenierte zahlreiche Hörspiele und moderierte unzählige »Bunte Abende«, die (aus tontechnischen Gründen) jedoch noch nicht auf Tonträger dokumentiert sind. Er brachte es später bis zum Chefdramaturgen beim Deutschlandsender in Berlin. 1941 wurde er als politisch untragbar entlassen. »PPA« wurde mit der Ehrenmedaille des Bayerischen Rundfunks ausgezeichnet, für den er bis 1952 arbeitete. – Besondere Raritäten sind die Hörspiele des Hagener Büchner-Preisträgers Ernst Meisters. Ein gefragter Rundfunkessayist war der Warendorfer Paul Schallück, ein Weggenosse Heinrich Bölls. Er verfasste zeitkritische Hörspiele, Features, Literaturkritiken, beteiligte sich an Talk-Runden und schrieb Reportagen für den Schulfunk. Mindestens 164 Rundfunkbeiträge unterschiedlichster Genres sind nachweisbar.