Als weit ausstrahlendes Autorenforum etablierte sich Mitte der 1960er Jahre das internationale Neheim-Hüstener Schriftstellertreffen mit eigenem Kurzgeschichtenwettbewerb. »Legendär« waren auch die von Walter Neumann organisierten Lesungen im Bielefelder »Bunker Ulmenwall«, in dem seit 1962 die heimische und internationale Schriftstellerprominenz las. 1979 wurde mit dem »Lyrikertreffen Münster« ein weiterhin existierendes renommiertes, zunächst deutschsprachiges, dann auch internationales Literaturforum geschaffen. Es wurde ehemals in Kooperation mit der Droste-Gesellschaft ausgerichtet. Heute ist der Literaturverein Münster (Hermann Wallmann) federführend. Hermann Wallmann, zugleich Literaturredakteur des Essener »Schreibhefts«, zeichnet auch verantwortlich für die »Treffen in Telgte«. Dieses von Günter Grass in einer gleichnamigen Novelle fiktiv ausgestaltete Treffen nahm die Stadt Telgte zum Anlass, um Autoren/innen aus politischen Krisengesprächen zu Diskussionen und Lesungen einzuladen. Die Premiere fand 1988 in Anwesenheit von Grass statt. 1998 und 2002 kam es zu Wiederholungen. – Westfalen hat sich heute als literarische Veranstaltungsbühne ersten Ranges etabliert. Festivals und Veranstaltungsreihen wie »Wege durch das Land« des Literaturbüros Detmold, die »Poetischen Quellen« als Teil der »Aqua Magica« in Bad Oeynhausen und Löhne, das Lippstädter »Wortfestival«, ein vielgestaltiges Veranstaltungsprogramm der Literaturgesellschaften oder engagierter Kulturämter und Theater – die Autoren- bzw. Rezitatorenprominenz gibt sich hierzulande die Klinke in die Hand. Das gilt auch für das »Museum für Westfälische Literatur«, in dem unter anderem Peter Rühmkorf, Sarah Kirsch, Frank Goosen, Wiglaf Droste, Jörg Thadeusz und Irina Korschunow und – auf Seiten der Rezitatoren – Senta Berger, Christian Quadflieg und Helmut Krauss gastierten.