Die katholische Schriftstellerin Ferdinande von Brackel (*1835 Schloß Welda – †1905 Paderborn) wurde durch ihr Romandebüt Die Tochter des Kunstreiters (1875) bekannt. Das Werk erlebte über neunzig Auflagen und wurde in fünf Sprachen übersetzt. Die Autorin war stark an sozialen Fragen interessiert. In den Kriegsjahren 1864, 1866 und 1870 verfaßte sie preußisch gesinnte Zeitgedichte. Anschließend wandte sie sich unpolitischer Prosa zu und wurde zu einer vielgelesenen volkstümlichen Erzählerin.
Sie verbrachte ihre Kindheit auf Schloß Welda. Anschließend lebte sie mehrere Jahre bei ihrem verwitweten Bruder in Plön/Holstein. Hierauf war sie in Kassel Erzieherin seiner Kinder, bevor sie 1898 nach Schloß Welda zurückkehrte. Sie liegt auf dem Warburger Friedhof begraben. In Mein Leben (1905) hat die Autorin ihre Erinnerungen an Warburg niedergeschrieben.
»In ihren Romanen geht es immer wieder um die christliche Bewährung des Menschen in der tätigen Auseinandersetzung mit seiner Gesellschaft und seiner Geschichte. Dabei stehen die Frauen oft an exponierter Stelle.« (W. Freund)
Hinweise: Im Gymnasium Marianum in Warburg erinnert eine Gedenkbüste an Peter Hille (s. Nieheim-Erwitzen u.ö.), der hier von Herbst 1869 bis Herbst 1872 Schüler war. Die bronzegegossene Büste des Bildhauers Will Hanebal wurde der Schule 1978 zu ihrem 350jährigen Bestehen von der Stadt geschenkt.


