Hagen-Hohenlimburg

Nach seinem Geburtsort (Elsey, heute Stadtteil von Hohenlimburg) trug Johann Friedrich Möller (1750-1807) seinen bekannteren Beinamen Pfarrer von Elsey. 1774 wurde er zum Gehilfen und Nachfolger seines Vaters, des Pfarrers Friedrich Heinrich Möller, ernannt. Da der Vater noch 30 Jahre lebte, blieb Johann Friedrich lebenslang als Junggeselle mit ihm in einer Hausgemeinschaft. Ab 1798 entwickelte sich Möller zum Volkserzieher im Sinne Justus Mösers, veröffentlichte in Zeitungen, Zeitschriften und auf Flugblättern Aufsätze aus der alten und neuen Geschichte, über Sagen, Bräuche, kirchliche und politische Angelegenheiten, philosophische, naturkundliche und volkswirtschaftliche Fragen, »stets auf das Nützliche bedacht und in einer Sprache, die einfach, kräftig, würdig und doch warm, auch gutmütig spottend, noch heute jenen natürlichen Stolz spüren läßt.« (Wilhelm Schulte)

 

Literarische Stätte: Denkmal auf dem Klippchen.

 

Die Pfarrerstochter Gertrud Bäumer (1873-1954), Politikerin, Freundin von Theodor Heuss und Friedrich Naumann, war eine nicht unumstrittene Führerin der deutschen Frauenbewegung. Die Abgeordnete im Reichstag und im Reichsministerium verfaßte zeitgeschichtliche und biographischer Romane sowie Bücher über Geschichte, Kunst und Dichtung.

Außerdem war sie Mitherausgeberin verschiedener Zeitschriften der frühen Frauenbewegung. Sie wurde 1873 in Iserlohn geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Ihre letzten Jahre lebte sie in Hohenlimburg. Obwohl sie nur wenige Jahre auf der Roten Erde hatte leben können, fühlte sich Gertrud Bäumer doch – je älter sie wurde, um so betonter – als Westfälin. […] Ihr zu begrifflicher wie zu sinngebender Verarbeitung begabter Verstand durchdrang mit wachsender Erfahrung und sich ausbreitendem Wissen alle Kulturfragen der Zeit. Es ging ihr darum, der Mechanisierung des Massendaseins gegenüber eine von innen heraus gebildete seelische Existenz zu ermöglichen und zu sichern. (Wilhelm Schulte)

 

Literarische Stätte: Grab auf dem Neuen Zionsfriedhof in Bethel.

Hinweise: Im Hotel Bentheimer Hof in Hohenlimburg soll Ferdinand Freiligraths Gedicht »O lieb, solang du lieben kannst entstanden sein« (Gedenktafel). Tatsächlich stammt es aus Freiligraths Wuppertal-Barmener Zeit.