Franz Arnold Lecke (*1766 Hagen – †1832 Iserlohn), Justizbeamter und Betreiber mehrerer Fabrikationen, ein Landschaftsmaler und Dichter, gab u.a. die Zeitschrift Monatsrosen (Iserlohn 1816) heraus. Er schrieb unter den Pseudonymen Siegmar von der Lenne, H, uz. Hagen, uz. L, Uz H[agen] und uz I[serlohn]. In Iserlohn lebte er auf dem von seinem Großvater 1740 gegründeten Landgut Casparstein (Alexanderhöhe).
»Die meisten Tage meines Erdenwallens verbrachte ich auf diesem Gute. Mich freute der Gesang der Nachtigallen und anderer Singvögel, die ich sorgfältig schützte. Als nie erkalteter Verehrer der schönen Natur betrachtete ich tausendmal die Pracht der untergehenden Sonne und die nächtlich vom Monde geisterähnlich beleuchtete Landschaft, mit Rührung und Dank gegen meinen Schöpfer.«
Franz Arnold Lecke richtete sich im höchsten Zimmer des achteckigen Türmchens, das an das Hessesche Haus, Akenbrock 8, anlehnt, sein Refugium ein. (August Kracht)
Sein Sohn Johann Robert Lecke, 1805 in Iserlohn geboren, war Theater- und Kunstkritiker in München, wo er 1862 starb.
Karl Reinhard Röpe (1764-1821) entstammt einer Iserlohner Kaufmannsfamilie. Anfänglich ebenfalls für den Kaufmannsberuf bestimmt, war er später Postsekretär und Postverwalter in Hamburg.
»Er kam in die gebildeten Kreise Hamburgs, in denen sich Lessing und Freunde bewegten, und nahm Antheil an allen poetischen Bestrebungen jener Tage.« (Brümmer).
»Auch das Haus seines Vaters scheint ein Sammelpunkt vieler literarischer Notabilitäten und regen poetischen Treibens gewesen zu sein.«(Hans Schröder).
»ührenden Persönlichkeiten des Hamburger Theaters stand Röpe freundschaftlich nahe. 1813/14 verlor er unter französischer Besatzung Amt und Wohlstand.« (Brümmer)
Später war er in Hamburg Sekretär des russischen Ministers von Struve. Zuletzt lebte Röpe in ärmlichen Verhältnissen.
Aus Iserlohn stammt auch der Herausgeber zahlreicher Sammelwerke über Westfalen, Wilhelm Uhlmann-Bixterheide (*1872 –†1936 Dortmund). Daneben verfaßte der Telegrapheninspektor und Dortmunder Stadtverordnete vor allem heimatbezogene Erzählungen. Sein Nachlaßbefindet sich in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund.
Wilhelm Langewiesche (1807-1884) war der Verleger des Malerischen und romantischen Westphalen (1841/42) (s. Leopoldshöhe-Niederbarkhausen). Sehr zum Verdruß des Mitherausgebers Levin Schücking (s. Münster, Sassenberg u.ö.) schmuggelte er unter dem Pseudonym L. Wiese eigene, minderwertige Gedichte in das genannte Werk ein. Langewiesche absolvierte zunächst bei Baedeker in Essen eine Buchhandelslehre und arbeitete von 1829 bis 1830 als Gehilfe in Berlin. Danach machte er sich in Iserlohn selbständig. 1837 eröffnete er in Barmen eine Buchhandlung. Ihr gliederte er einen Verlag an, »der vor allem theologische Werke herausbrachte und bald bedeutende Namen unter seinen Autoren zählte. Bis Ende 1872 leitete Langewiesche die Firma in Barmen selbst.« (Hedwig Gunnemann) Unter dem Namen L. Wiese blieb Langewiesche selbst schriftstellerisch tätig.
Weitere literarische Stätten: Im Gasthof Post entstand 1869 Emil Rittershaus' (1834-1897) Westfalenlied (heute Standort einer Fabrik, Gedenktafel). Das Haus der Heimat beherbergt im Stadtarchiv die Bibliothek August von Varnhagens und Erinnerungen an den Schriftsteller und Heimatforscher Franz Woeste. Die evangelische Akademie Haus Ortlohn ist häufiger Tagungsort des Autorenkreises Ruhr-Mark.
Schauplatz: In Iserlohn spielt Hans Francks Geschichte aus den 1848er Iserlohner Revolutionstagen, »Der Haken« (aus: Der Regenbogen. Siebenmal sieben Geschichten. Leipzig 1927) sowie Friedrich Hué-Gerlingens Heinrich Duisberg. Roman aus Iserlohns Vergangenheit (Iserlohn 1916).