Aus Neheim-Hüsten stammt Victor Meyer-Eckhardt (1889-1952), Verfasser zahlreicher historischer und psychologischer Romane und Erzählungen. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Romanistik war er nach dem ersten Weltkrieg für mehrere Jahre Bibliothekar in Düsseldorf, seit 1923 dann freiberuflicher Schriftsteller. Die Erlebnisse seiner ausgedehnten Reisen nach Frankreich, Italien, Griechenland und England verarbeitete er in zahlreichen Reiseberichten. Nur wenige Jahre nach seiner Geburt gelangte er mit seiner Mutter über Olsberg, Brilon und Warburg nach Düsseldorf.
»Dennoch erinnerte sich Meyer-Eckhardt gern und überschwenglich an seine Heimat Hüsten. Seine Sprachbegabung brachte ihn zum Studium der russisch-slawischen Literatur. Er galt bald in Fachkreisen als der bedeutendste Puschkin-Kenner und -übersetzer. Historische und psychologische Romane und Erzählungen zählten zu seinen Werken. Er gehörte u.a. dem Pen-Verband an.« (Ferdy Fischer)
»Die Strenge der Form, die Suche nach dem klassischen Formideal in seiner Lyrik, die Wirklichkeitsferne der religiös-philosophischen Weltvorstellung in seinen Erzählungen, die zwingende Sprachgestaltung brachten ihm neben einer ihn verehrenden Lesergemeinde auch literarische Kritik, […] ein.« (Dietmar Rost)
Literarische Stätte: Geburtshaus Haus Hammeke am Hüstener Markt; Nachlaß mit dreißig unveröffentlichten Prosawerken, einigen hundert Gedichten, Dramen, Aufsätzen, Essays und Reiseberichten im Heinrich Heine-Institut Düsseldorf.
Weitere literarische Stätten: Das Archiv der Familie von Fürstenberg auf Schloß Herdringen bei Neheim umfaßt ca. 1400 Urkunden, Buchmalerei, Inkunablen und eine Bibliothek mit etwa 20.000 Bänden.
Schauplatz Neheim: Mehrfach literarisch behandelt wurde das Schicksal des Abbé Stock (*1904 Neheim-Hüsten – †1948 Paris), der im zweiten Weltkrieg Gefangenen und verurteilten französischen Widerstandskämpfern Beistand leistete. Entsprechende Werke liegen von Anton Albert (1960), Hanns Bücker (1964) und Reinhold Schneider (Verhüllter Tag, 1954) vor.