Am Möhnesee verbrachte der lettische Dichter Janis Jaunsudrabins (*1877 in Nereta/ Lettland; – †1962 Münster) seine letzten 15 Lebensjahre. Der literarische Autodidakt aus einfachem Elternhaus war 1905 in Berlin Meisterschüler von Lovis Corinth (1858-1925). Nach seiner Rückkehr wurde er in Lettland einer der bedeutendsten Autoren. Zwischen 1945 und 1948 lebte er auch in Bielefeld, Bünde, Werfen und Greven. 1948 siedelte er sich in Möhnesee-Körbecke an:
»Dort wäre Platz genug f ürunszwei, dachte ich. Der Gedanke an den See ergriff mich derart, daß ich davon nicht loskam. Ich lebte in meinen Gedanken mehr am Möhnesee als in Greven …« (Das Grüne Buch)
»Wald und Wasser, das ist es, was er über alles liebt, und so zieht er 1948 nach Körbecke in sein Mondscheinhaus. Er schreibt und malt, lebt längere Zeit zurückgezogen, bis er den Bildhauer Fritz Viegener-Delecke kennenlernt. Nun öffnet sich der schweigsame Dichter, sein Haus wird nicht nur Treffpunkt lettischerLandsleute, sondern viele Künstler und Schriftsteller kommen: der Maler Eberhard Viegener, der Grafiker Ketelhön!, der Bildhauer Ittermann. Er ist Hannes Tuch freundschaftlich verbunden, der Josefa Berens-Totenohl ins Haus bringt. Ein oftgesehener Gast ist Erwin Sylvanus, der über ihn im Westfalenspiegel schreibt, seine Erzählungen zum Abdruck bringt. 1955 nimmt Jaunsudrabins am Dichtertreffen in Marl teil, liest, 1956 ist er auf dem Schriftstellertreffen in Schmallenberg eingeladen. Er hat nun seinen Platz unter den Schreibenden in Westfalen, wenn auch nicht im westdeutschen Literaturbetrieb.« (Dietmar Rost)
Literarische Stätte: Grab auf dem alten Dorffriedhof; Grabstein mit Porträtbüste von Robert Ittermann in Bronze; Gedenkzimmer im Heimatmuseum Museum Körbecke (s. Adressenverzeichnis) mit Teilen des literarischen Werks, einem Teil seiner Gemälde, Handschriften, Fotoalben und Lichtbildern.
Schauplatz: Janis Jaunsudrabins verfaßte Erzählungen vom Möhnesee (1982).