»Vor den Toren der Stadt, in der Richtung auf Wesel zu, liegt das Dörfchen Mecklenbeck. Ich richtete vom ersten Semester 19330/31 ab Sonntagsgänge ein, zu denen jeder frei und nach Belieben Zutritt hatte. Das Schönste war nun, daß mit der Zeit der Pfarrer von Mecklenbeck, Dr. Ferdinand Vorholt, sich zu uns an unseren Tisch setzte, für den ein eigenes Zimmer uns zur Verfügung gestellt wurde. Man rückte sich hier persönlich näher, ein inniger Konnex zwischen Lehrer und Schüler entstand. Es ergab sich auf die Dauer fast wie von selbst, daß ich schließlich auch im Pfarrhause von Mecklenbeck eine Heimat fand […].« (Peter Wust)
Peter Wust (*1884 Rissenthal/Saarland – †1940 Münster), Der Philosoph von Münster, wurde 1930 an die Universität Münster berufen.
»Seine Vorlesungen zogen bald Hörer aller Fachbereiche an, so dass das Auditorium Maximum mit mehr als 400 Plätzen nicht ausreichte« (Helga Oesterreich).
Wust verband Freundschaft mit der jüdischen Philosophin und Karmeliterin Edith Stein (1891-1942). Mit dem Bischof von Münster, Clemens August von Galen (1878-1946), beteiligte er sich am kirchlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er gab das Vorbild ab für die Figur des Professors Munster in Hermann Kasacks (1896-1966) Roman Die Stadt hinterm Strom (1947).
Literarische Stätten: Grab auf dem Mecklenbecker Friedhof; Peter-Wust-Schule in Mecklenbeck; Teile des Nachlasses befindensich im Franziskaner-Kloster Münster. In Rissenthal im Saarland besteht seit 1982 eine Peter-Wust-Gesellschaft. Die Katholische Akademie Trier vergibt jährlich eine Peter-Wust-Preis.