Bad Salzuflen

Ein Straßenname und ein Gedenkobelisk (Gabelung Riestestraße/Rudolf-Brandes-Allee) erinnern an den Verfasser zahlreicher Reiseschilderungen und wissenschaftlicher Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Chemie und Pharmazie, an den in Bad Salzuflen geborenen und verstorbenen Rudolf Brandes (1795-1842). Der Apotheker und Kommunalpolitiker war Stifter und Direktor des Apothekervereins im nördlichen Teutschland und gab dessen Publikationsorgan, das Archiv des Apothekervereins, heraus sowie das Lippische Magazin für vaterländische Kultur und Gemeinwohl. »Brandes unterstützte 1836 durch glühende Aufrufe und feurige Gedichte in den Zeitungen« (Max Staercke) Hermann Bandels (1800-1876) (s. Detmold) Plan zu Errichtung eines Hermannsdenkmals. Durch eine Johann Wolfgang von Goethe gewidmete naturwissenschaftliche Untersuchung war er mit diesem bekannt. Jener wiederum machte den Landesfürsten Karl August von Sachsen-Weimar auf Brandes aufmerksam. Brandes war Mitglied in 38 gelehrten Gesellschaften. Nach ihm ist eine neuentdeckte Pflanze Brandesia benannt. Sechs Jahre nach seinem Tod stifteten ihm Freunde in Bad Salzuflen ein Denkmal.

Literarische Stätte: Im Deutschen Bädermuseum in Bad Salzuflen wird im Untergeschoß die Inneneinrichtung der alten Brandes-Apotheke gezeigt. Sehenswert ist weiterhin das 1620 erbaute Apothekengebäude (Am Markt 38) mit der Originalfassade.

Agnes Miegel (1879-1964) (s. Höxter-Corvey, Warendorf) verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Bad Salzuflen. Als Erneuerin der deutschen Ballade ist sie bis heute in jedem Schullesebuch vertreten. In den zwanziger Jahren leitete sie das Feuilleton der Ostpreußischen Zeitung. Gegenüber dem Nationalsozialismus nahm sie eine naiv-sympathisierende Haltung ein. Sie lebte nach ihrer Flucht aus Königsberg (1945) zunächst in Bad Nenndorf. Ihr umfangreiches Werk besteht aus Balladen, Gedichten und Sagen, die hauptsächlich in ihrer ostpreußischen Heimat spielen.

Literarische Stätte: Grab auf dem Salzuflener Friedhof.


Ebenfalls in Bad Salzuflen verstarb der Lyriker und Essayist Kurt Meyer-Rotermund (Wolfenbüttel 1884-1977).

Literarische Stätte: Ein Gedenkstein auf Gut Volkhausen erinnert an den Arzt und Mundartdichter Korl Biegemann (s. Bad-Salzuflen-Schöttmar) (1854-1937).

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