Das Krüger-Denkmal auf dem Wilhelmsplatz in Beckum erinnert an den hier geborenen Dialektschriftsteller Ferdinand Krüger (*1843 – †1915 Essen-Bredeney) (s. Ahlen, Bochum-Linden).
Krüger kam nach dem Tod seines Vaters zunächst nach Ahlen und studierte dann in Münster Medizin, bevor er als Industriearzt und Psychiater nach Wesel und Bochum ging. Er löste sich als erster plattdeutscher Schriftsteller aus der Tradition der entweder humorvoll-deftigen oder ernsthaft-sentimentalen Dorfgeschichte. Sein bekanntestes Werk ist der Bauernroman Rugge Wiäge (1882), in dem er sich unromantisch, aber humorvoll mit dem dörflichen Leben im Randbereich des Industriegebiets auseinandersetzt und den Einbruch der Zechenindustrie in das Niederruhr- und Emschertal beschreibt. »Sein in Ahlen spielender Roman Hempelmann's Smiede bietet trotz einiger formaler Schwächen ein großartiges Panorama westfälischer Typen, eine Fülle wertvollster kulturhistorischer Details und Einzelheiten in sicherer Beherrschung der münsterländischen Mundart.« (R. Pilkmann-Pohl)
»Krüger, der sich selbst noch dem ›Poetischen Realismus‹ zuordnet, gewinnt in diesem Roman, der die Auseinandersetzung der alteingesessenen Bauern mit den aufblühenden Kohlengruben zum Hintergrund hat, und mehr noch in seinen späteren Werken, in denen er anstelle der Normalisierung nach Klaus Groth den Dialekt naturgetreu nachbuchstabiert, durch genaueste Beobachtung und Nachahmung von Gruppen-, Fach- und Individualsprachen eine realistische Authentizität, wie sie erst der konsequente Naturalismus erreicht: von diesem trennt ihn freilich die ›poetische‹ Qualität der immer wieder positiven Wendung seiner Erzählwerke.« (Renate von Heydebrand)
Literarische Stätte: Neben dem Denkmal auf dem Wilhelmsplatz befinden sich mehrere Findlinge mit einer Erinnerungstafel an Krüger; Krüger-Zimmer mit Porträt und weiteren Exponaten im Stadtmuseum (Markt 1) ; Nachlass im Kreisarchiv Liesborn.

