Coesfeld

»In der Bauernschaft Flamschen bei Coesfeld, drei Fußstunden von Dülmen, steht unter Eichen das scheunenartige, ärmliche Bauernhaus, das Clemens Brentano mit dem Stall von Bethlehem verglichen hat. Hier ist das ›Annthrinken‹ [Anna Katharina Emmerick] 1778 geboren […].« (Werner Bergengruen)

Brentanos Besuch bei der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick (s. Dülmen) fand im Herbst 1818 statt. Ihr Geburtshaus ist heute vollständig renoviert und seit 1980 Sitz des Anna-Katharina-Emmerick-Vereins.

Einer von vielen, die auf den Spuren Anna Katharina Emmericks wandelten, war der Coesfelder Franz Kaspar Krabbe (*1794 Coesfeld – †1866). Er verfaßte Erinnerungen an die selige Anna Katharina Emmerich (Münster 1861) sowie Der geistliche Kinderfreund. Züge aus dem Leben des seligen Vikarius Joseph Wildt zu Borghorst (Münster 1849) und weitere, religiös beeinflußte Schriften. Krabbe war später Regierungs- und Schulrat in Münster und Mitglied der Nationalversammlung. Im Monatsblatt für katholisches Unterrichts- und Erziehungswesen war er regelmäßig mit Beiträgen vertreten.

Weitere literarische Stätten: In der Coesfelder Pfauengasse steht in der alten Zinngießerei, deren Hinterhaus bereits im 17. Jahrhundert erbaut wurde, das nach dem Coesfelder Heimatdichter Natz Thier (*1886 in Köln, eigentlich Bernhard Thier) benannte Natz-Thier-Haus. Es soll als Museum eingerichtet werden. Der Oberregierungsbaurat und Verfasser von plattdeutschen Volksstücken hat hier in seinen letzen Lebensjahren gewohnt.

In der Coesfelder Heide in Stevede, auf dem Langenberg, setzten Coesfelder Jäger Hermann Löns (s. Höxter-Corvey, Münster, Paderborn) ein Denkmal. Es wurde 1985 auf dem Hünsberg neu errichtet.

Hinweise: In Coesfeld wird seit 1975 ein nach der lettischen Dichterin Zenta Maurina benannter Sachpreis vergeben.

Schauplatz: In Coesfeld spielt Felix Ernst Corsepius' historischer Westfalenroman Kord Kamphues (Leipzig 1920).

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