In Everswinkel wirkte von 1780 bis 1783 der Pädagoge und katholische Theologe Bernard Overberg (*1745 Höckel bei Osnabrück – †1826 Münster) (s. Münster, Rheine) als Kaplan. Wegen seiner herausragenden pädagogischen Befähigung wurde dieser ›Lehrer der Lehrer‹ vom aufgeklärten Minister Franz von Fürstenberg (s. Münster) in das Münsterische Schulwesen berufen. Hierdurch wurde er ein maßgeblicher Reformer des Volksschulwesens im Münsterland. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rheine hatte Overberg von 1774 bis 1779 in Münster Philosophie und Theologie studiert. 1779 hatte er hier die Priesterweihe empfangen. Er stand in naher Verbindung zur Fürstin Amalia von Gallitzin (s. Münster, Münster-Angelmodde) und lebte seit 1789 in ihrem Haus als ihr Seelsorger und Berater. 1813 begleitete er den Generalvikar Clemens August Droste zu Vischering (s. Münster) zur stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick (s. Coesfeld, Dülmen). Er erhielt damals den Auftrag, die Nonne über ihr äußeres und inneres Leben zu befragen und dies protokollarisch festzuhalten. Diese Protokolle wurden später von Clemens Brentano (s. Coesfeld, Dülmen) für den Werkplan seiner Emmerick-Biographie ausgewertet. 1819 war Overberg der Seelenführer Luise Hensels (s. Paderborn, Rheda-Wiedenbrück u.ö.), als diese durch Vermittlung Brentanos in Münster Gesellschafterin im Hause des Fürsten Salm war.
Overberg verfaßte eine eigene, weitverbreitete und vielgelobte Schreibschule, das ABC Buchstabier und Lese-Buch. Seine Anweisung zum zweckmäßigen Schulunterricht für die Schullehrer im Hochstifte Münster (1793) bildete die Grundlage der hiesigen Lehrerausbildung. Sein Katechismus zum Gebrauch der größeren Schüler erreichte im Jahre 1900 die 104., sein Katechismus zum Gebrauch der kleineren Schüler 1897 die 107. Auflage.