Gütersloh

Gütersloh war einst das ›Klein-Nazareth‹ der Erweckungsbewegung. Von 1827 bis 1838 wirkte hier Johann Heinrich Volkening (s. Bielefeld-Jöllenbeck) als Pfarrer. In dieser Zeit entstand seine Liederfibel Kleine Missionsharfe, die in fast 2.000.000 Exemplaren verbreitet wurde – der erste Erfolg der neugegründeten Verlagsbuchhandlung Carl Bertelsmann.

 

In Gütersloh verstarb der Pädagoge Friedrich Eickhoff (*Soest 1807), ein enger Freund Volkenings und Schwiegersohn Carl Bertelsmanns (1791-1850). Er gab unter anderem eine Reihe von Schulbüchern heraus, so den Jugendfreund für Schule und Haus, eines der ersten westfälischen Lesebücher. Eine seiner Sammlung weltlicher und geistlicher Lieder trug den Titel Gütersloher Hauschoralbuch. Sein bekanntestes Lied ist das Weihnachtslied »Ihr Kinderlein kommet«.

 

An den in Gütersloh geborenen und verstorbenen Kaufmann und Heimatschriftsteller Fritz Steinhaus (1883-1937) erinnert im Ort eine Fritz-Steinhaus-Straße. Steinhaus veröffentlichte unter dem Pseudonym Kiek süh in der Gütersloher Zeitung und in verschiedenen Heimatblättern. 1926 und 1930 erschienen seine Geschichten in Buchform. Sie erlebten bis 1977 mehrere Auflagen.

 

In Gütersloh wurde außerdem der der Frühsozialist Otto Lüning (s. Rheda) geboren.

 

Hinweise: In Gütersloh zeichnete der Bertelsmann Club bis zu seiner Auflösung im Jahr 2015 jährlich seinen ›Autor des Jahres‹ mit der Goldenen Feder aus, außerdem wurde ein Förderpreis vergeben. Ansässig ist hier außerdem das Kultursekretariat NRW Gütersloh, ein Sekretariat für kulturelle Zusammenarbeit mit theatertragenden Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.