Hagen

In Hagen wirkte seit 1802 der erste Herausgeber der westfälischen Zeitung Hermann, Johann Wilhelm Aschenberg (*1769 Oberreinshagen bei Remscheid – †1819 Hagen), als Pastor und Kirchenrat. Das damals vielgelesene Blatt hob er 1814 in Barmen aus der Taufe und redigierte es bis zu seinem Tod 1819. Das hehre Ziel der Zeitschrift war, ein Organ für ganz Westfalen, von der Weser bis zur Maas zu sein. Nach Aschenbergs Tod hatte zeitweilig Jodokus Temme (s. Oelde-Lette) die Redaktion inne.

Aschenberg war weiterhin rühriger Herausgeber von Anthologien und Zeitschriften. Zweifelhaften Ruhm erlangte er durch seine Geschichte des Bergischen Landes, die im Bergischen Taschenbuch zu Veröffentlichung gelangte. Der Beitrag bot eine Vermischung von Tatsachen und verklärenden Hinzudichtungen, die lange Zeit das Geschichtsbild der Region prägten.

Literarische Stätte: Grab auf dem Buschenfriedhof.

Der Lehrer und Journalist Hugo Carl Jüngst (*1871 Essen – †1942 Berlin) lebte von 1917 bis 1926 in Hagen und gründete hier den Verlag Literarische Anstalten Hagen i.W. Er war Herausgeber der Zeitschrift Schule und Elternhaus.

Aus Hagen stammt Kaspar Butz (*1825 – †1885 Des Moines). Wegen seiner Teilnahme an der 1848er Revolution mußte er nach Amerika fliehen. Er lebte in Chicago als Journalist.

Ebenfalls gebürtiger Hagener ist Karl August Gerhardi (1814-1884). Seit 1893 lebte er als Arzt in Lüdenscheid. Er verfaßte medizinische, philosophische und literarische Schriften.

Friedrich Harkort wurde 1793 auf Gut Harkorten bei Hagen in der Grafschaft Mark geboren. Die literarischen Versuche dieses großen westfälischen Wirtschaftspioniers und Reformpädagogen sind so gut wie unbekannt. Erst 1937 erschien Friedrich Harkort in seinen unbekannten Gedichten, in unveröffentlichten Briefen und Dokumenten (Hg. von P. Hilgenstock und W. Bacmeister, Essen 1937). Bereits 21jährig hatte sich Harkort mit politischen und volkswirtschaftlichen Artikeln an der Zeitschrift Hermann beteiligt. In seinen Bemerkungen über die Preußische Volksschule und ihre Lehrer (1842) setzte er sich in gesonderten Kapiteln mit der Situation der Volksliteratur, der Schriftsteller und der Leihbibliotheken auseinander.

Literarische Stätte: Haus Harkorten bei Hagen; seit 1884 Harkort-Turm auf dem Alten Stamm bei Wetter.

Ellen Soeding (*1904 Düsseldorf) lebte als Ehefrau eines Hagener Fabrikanten auf dem Hamperhof bei Hagen, den sie wieder instand setzte. Aus ihrer Feder stammt der Familienroman Die Harkorts (2 Bde., Münster 1957).

Literarische Stätte: Im Hagener Westfälischen Literaturarchiv befinden sich Zeugnisse bzw. Teilnachlässe von Felix Beielstein (s. Bochum), Richard Euringer (s. Essen) (1891-1953), Heinrich Kleibauer (1882-1973), Heinz Kükelhaus (1902-1946), Josef Michels (1910-1964), Hans Roselieb (s. Hagen-Eilpe) (1884-1945), Erich Sieburg (1878-1947), Heinrich Benfer (1889-1973), Emma Cramer-Crummenerl (1875-1964) (s. Lüdenscheid), Josefa Berens-Totenohl (s. Höxter-Corvey, Lennestadt-Saalhausen, Meschede-Grevenstein), Florentine Goswin-Benfer (1883-1968), Karl Hermann Limberg (1885-1963), Franz Predeek (1881-1965), Adolf Thiele (1896-1971), Aloys Vogedes (1887-1956), Robert Zürndorf (1896-1931) und Adolf Wurmbach (1891-1968) (s. Kronbach).

Der Fern-Universität Hagen übernahm das Privatarchiv des Schriftstellers Walter Kempowski zur weiteren Auswertung. Das Archiv der unveröffentlichten Autobiographien umfaßt über 2.000 Manuskripte und 600 Fotoalben.

Schauplatz: In Hagen spielt Die stählerne Spinne (1963) von Walter Vollmer.

Hinweise: In Hagen hat zur Zeit der Autorenkreis Ruhr-Mark e.V. seinen Sitz , der bereits über 40 Jahre besteht, und in Hagen wird der Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur vergeben, ein ideeller Literaturpreis, sowie alle vier Jahre der Ernst-Meister-Preis für Literatur der Stadt Hagen.