Hattingen

In Hattingen, auf dem Familienstammsitz Im Höfken, wohnte Gustav von Höfken (*1811 Hattingen – †1889 Wien), ein Publizist, Romanschriftsteller, Novellist und Dramatiker. Nach wechselhaftem Lebenslauf war er 1841 in Köln Mitarbeiter der Marxschen Rheinischen Zeitung und 1847 der Cottaschen Allgemeinen Zeitung in Augsburg. Im selben Jahr übernahm er die Leitung der Heidelberger Deutschen Zeitung. Der zeitweilige Dozent an der Heidelberger Universität war 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und 1849 Sektionsrat im Wiener Finanzministerium.

Der Hattinger Stadt- und Landrichter Friedrich Wilhelm Alexander Rautert (*Hattingen um 1780 – †1858) rief 1819 in Hamm erstmals zu einem »Erinnerungsfest alter westfälischer Musensöhne« auf. Die Feste mit 70 bis 300 Teilnehmern fanden bis 1830 an verschiedenen Orten weitere acht Mal statt.

Literarische Stätten: In Hattingen (Langenberger Straße 5) steht das Geburtshaus des Arbeiterdichters Otto Wohlgemuth (1884–1965), ein altes Fachwerkgebäude. Auf dem Kommunalfriedhof der Stadt fand Wohlgemuth seine letzte Ruhestätte.


»Wohlgemuth gehörte zu den begabtesten deutschen Bergarbeiterdichtern. Immer blieb er der Ethik verhaftet. Von seinen Kameraden wurde er wegen seines Idealismus, seiner Wahrheitstreue und Opferbereitschaft verehrt und geliebt.« (Hans Schulz-Fielbrandt)

Das Heimathaus, das sog. Bügeleisenhaus (Haldenplatz 1), Wohlgemuths letzter Wohnsitz, wurde vom Heimatverein als Museum eingerichtet. Zwei Räume stehen der Otto-Wohlgemuth-Stiftung als Gedenkstätte zur Verfügung. Hier befinden sich eine Sammlung von Aufzeichnungen und Büchern Wohlgemuths und sein Sterbezimmer, das zugleich Erinnerungsstücke seiner Freunde aus dem Ruhrlandkreis (s. Bochum-Linden, Dortmund) aufbewahrt. Das Haus enthält weiterhin Zeugnisse Ferdinand Krügers (s. Ahlen, Beckum, Bochum), der seine letzte Lebenszeit in Hattingen verbrachte. In der Giebelstube ist ein großer Teil seines Nachlasses archiviert. Krüger liegt auf dem Evangelischen Friedhof in Hattingen begraben.

Hinweise: 1991 wurde in Hattingen erstmals ein Förderpreis für junge Autoren der Hattinger Literatur-Tage vergeben.