In Lennestadt-Bilstein geboren ist der lateinische Dichter Ferdinand von Fürstenberg, der 1661 zum Bischof von Paderborn und 1678 zugleich zum Bischof von Münster geweiht wurde. Später war er Geheimkämmerer des Papstes Alexander VII.
Auf dem elterlichen Hof in Lennestadt-Elspe wurde 1832 der Priester und Heimatdichter Viktor Peter Soemer geboren. 1867 brachte er sein erstes Buch, Lieder, Romanzen und Sprüche, heraus. Von 1869 bis 1902 war er Vikar in (s.) Werl-Büderich, wo er viele weitere Bücher schrieb. Er verstarb 1902 in Büderich.
Literarische Stätte: Denkmal in der Nähe seines Geburtshauses, St. Jacobus-Straße (Naturstein mit Bronzeplatte). Das Geburtshaus steht nicht mehr; ein Fachwerkbalken mit der Inschrift »Hier traf der Muse Blick ein Kind, / das ward ein Dichter hochgesinnt, / vergiß ihn nicht, o Heimatland, / der dir die Hageröschen wand« ist noch erhalten.
»Ich bin ein einfaches und ungelehrtes Bauernkind, allerdings aus sehr altem Geschlecht, das 500 Jahre nachweisbar ist und in dem hie und da künstlerische Begabungen auftauchen «– sagte Anna Kayser (*1885 Hespecke bei Grevenbrück 1885 – †1962) von sich. Nach dem Besuch der Volksschule war sie Haushälterin ihres ältesten Bruders, eines Priesters.
»Nach entbehrungsreichem Leben begann sie erst auf dem Krankenlager […] zu schreiben.« (Dietmar Rost).
In Tageszeitungen und Kalendern veröffentlichte sie Erzählungen und Gedichte aus der Dorfwelt, später auch eigene Romane. Sie gehörte mit Magdalene Benfer, Josefa Berens-Totenohl, Maria Kahle, Christine Koch, Heinrich Luhmann, Karl Maertin und Wilhelm Matthiessen dem Sauerländer Künstlerkreis aus bildenden Künstlern, Musikern und Schriftstellern an.
Literarische Stätte: Grab in Elspe.
Josefa Berens (1891-1961) – den Beinamen Totenohl legte sie sich nach ihrem Wohnort im Sauerland zu – wuchs in Lennestadt-Grevenstein als Tochter eines Schmieds auf: Meine Geburtsheimat ist das kleine Bergnest Grevenstein, meine Wahlheimat das Totenohl, ein verschwiegener Winkel an der oberen Lenne. Während ihrer Ausbildung als Lehrerin lernte sie den nationalsozialistischen Schriftsteller Richard Euringer (s. Hagen) kennen, der den vielleicht wichtigsten Einfluß auf ihr Werk ausübte (Renate von Heydebrand). 1925 kehrte sie als Lehrerin ins Totenohl zurück. Noch vor 1933 trat sie der NSDAP bei und betätigte sich im Dritten Reich unermüdlich als Propagandistin. 1934 und 1935 erschienen ihre ersten, auflagenstarken Romane Der Femhof (230.000 Exemplare, bis 1957 275.000 Exemplare) und Frau Magdlene. Seit 1936 folgten ein Gedichtband, das Versepos Einer Sippe Gesicht (1941) sowie die Romane Der Fels (1943) und Im Moor (1944). 1936 erhielt sie den Westfälischen Literaturpreis. Nach 1945 veröffentlichte sie kaum noch.
Die literarische Bedeutung Josefa Berens-Totenohls ist heute umstritten. Während die Literaturwissenschaft sie als d i e Blut- und Bodendichterin schlechthin ansieht und ihrem Werk eine zweifelhafte, größtenteils mindere Qualität zuschreibt, urteilen heimatliche Stimmen:
»Über den Tod hinaus sind uns Der Femho« und Frau Magdlen« geblieben, ihre schweren und erschütternden Bauernromane. Sie waren und sind großartige epische Dichtung, die der großen Erzählerin des Sauerlandes für immer einen Platz in der westfälischen, in der deutschen Literaturgeschichte einräumen. Auch ihre nationalsozialistische Verstrickung ändert nichts daran. Die Qualität eines literarischen Werkes kann einzig mit literarischen Kriterien gemessen werden.« (Dietmar Rost)
Literarische Stätte: Gedenkstätte mit Gedenkstube (Winterberger Straße 30) mit einer Sammlung der Werke und Nachlaßgegenständen, Mobiliar, Teilen der Bibliothek, Gemälden der Autorin und Seidenstickereien; Teilßder Privatbibliothek und weitere Gemälde im Stadtarchiv Lennestadt.