Lüdenscheid

In Lüdenscheid wurde 1813 der Frühsozialist und Publizist Karl Grün, Gründer der Mannheimer Abendzeitung (1842) und der Bielefelder Monatshefte (1844), geboren. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Paris kehrte er im Revolutionsjahr 1848 nach Deutschland zurück und war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Seit 1868 lebte er in Wien, wo er 1887 starb.


Ebenfalls politisch aktiv war sein Bruder Albert Grün (*1822 Lüdenscheid – †1904 Straßburg), ein Erzähler und Sachbuchautor.


In Lüdenscheid verstarb 1945 Fritz Nölle (*1899 in Lüdenscheid), Lehrer in Dortmund und Lüdenscheid. Eine satirische Roman-Trilogie über Lüdenscheid wurde ihm wegen vieler persönlicher Anspielung verübelt:

»Das Menschliche, Allzumenschliche reizte ihn. Die Anfälligkeit des Bürgers gegenüber den Strömungen und Versuchungen einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Konjunktur und eines überraschenden gesellschaftlichen Aufstiegs hat seinen Spott und Scherz geweckt. Fritz Nölle ist ein kühler Beobachter, dem keine Eitelkeitsfalte entgeht. (Bergenthal) Nölles Romanwerk, an literarischer Qualität sicherlich nur drittrangig, ist als authentische Geschichtsdeutung eines westfälischen Autors von hohem Aufschlußwert […].« (Renate von Heydebrand)

Neben der Verfasserin unzähliger populärer Trivialromane, Emma Cramer geb. Crummenerl (*1875 – †1964 Lüdenscheid), lebte mit Else Hueck-Dehio (1897-1976) eine weitere Erfolgsautorin vergangener Tage in Lüdenscheid. Die in Dorpat geborene Autorin floh vor der russischen Revolution nach Berlin und wurde dort Krankenschwester. Durch Heirat mit einem Lüdenscheider Industriellen kam sie ins Sauerland.


Schauplatz: In Lüdenscheid spielen Fritz Nölles Das Haus der Väter (Roman, Hamburg 1934), Die jungen Leute (Roman, Hamburg 1934) und Emma Cramer-Crummenerls Autobiographie Die Geister, die ich rief sowie Walter Leiß' Die Bergstädter (Schauspiel, 1969).