Maria Kahle, 1891 in Wesel als Kind sauerländischer Eltern geboren, lebte seit 1908 in Olsberg. In Münster besuchte sie die Handelsschule und wurde dort beruflich tätig. 1913, bei einer Reise zu ihrer Tante nach Brasilien, verkehrte sie im Kreis deutscher Auswanderer. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte eine Rückkehr nach Deutschland. In Brasilien begann sie, sich für das ›Deutschtum‹ einzusetzen und Gedichte zu verfassen, die ihre neue Heimat (Urwaldblumen) und alte Heimat (Liebe und Heimat) thematisieren. 1920 kehrte sie nach Olsberg zurück und lebte hier als Schriftstellerin. Sie verstarb 1975 in Münster.
Wie bei Josefa Berens-Totenohl (s. Lennestadt-Saalhausen, Meschede-Grevenstein ), so stellt sich auch bei Maria Kahle die Frage, inwieweit ihr propagandistisches Wirken im Sinne des Nationalsozialismus auf eine Beurteilung ihres Werkes zurückfällt. Fest steht, dass Maria Kahle den Westfälischen Literaturpreis 1937 vor allem wegen ihrer parteilichen Linientreue erhielt.
Ihre Begeisterung für das neue Deutschland Hitlers wird heute vielfach relativiert: »Vor dem Hintergrund dieses bewegten Lebens ist ihr schriftstellerisches Werk zu sehen. So sind eine Anzahl ihrer Bücher nicht literarisch bestimmt, sondern stehen im Dienste ihrer Volkstumsidee. Auch ist ihre frühe religiöse Lyrik nicht frei von sentimentaler epigonenhafter Sprache […]. Wer sich intensiv mit den Versen und Erzählungen Maria Kahles auseinandersetzt, findet darin auch Verdichtetes, menschlich Gültiges, Anrührendes […].« (Dietmar Rost)
Literarische Stätte: Wohnhaus in der Briloner Straße 216; Grab auf dem Olsberger Friedhof.
Die Jugendbuchautorin Martha Schlinkert (*Gelsenkirchen 1913) kam durch ihre Heirat nach Olsberg, wo sie bis zu ihrem Tod 1979 lebte. Die Hauptfigur ihrer zehn Bummi-Bücher ist ein kleines Mädchen aus Olsberg im Sauerland. Ihre über 100 Kinderbücher erlebten eine Millioenenauflage.