In Raesfeld und dem dortigen Wasserschloß spielt Gustav Sacks (*1885 Schermbeck – †1916 bei Bukarest) Roman Der verbummelte Student (1917). Sack hinterließ zahlreiche weitere, auf Westfalen bezogene Dichtungen. Der Verbummelte Student wurde nach zunächst erfolgloser Verlagssuche ein Erfolgsbuch, was jedoch weniger an der literarischen Qualität lag als daran, dass Sack hier den Nerv des Zeitgeistes getroffen hatte.
Gustav Sack hatte in Greifswald, Münster und Halle zunächst Germanistik, später Naturwissenschaften und Biologie studiert. Nach dem Abbruch des Studiums begann er die Arbeit am genannten Roman. 1911/12 folgte der Militärdienst in Dietmar Rostock. Es entstand ein zweiter Roman, Ein Namenloser. 1913/14 schrieb Sack in München Gedichte, Essays, Novellen und das Romanfragment Paralyse. 1916 befand er sich wegen einer Nervenkrise in Behandlung. Noch im selben Jahr erfolgte die erneute Einberufung zum Kriegsdienst. Er fiel, bald darauf, am 6. Dezember 1916 in der Nähe von Bukarest.
Gustav Sack war ein vereinsamter und zynischer Individualist, der sich weder mit der bürgerlichen noch mit der literarischen Welt vertrug, stattdessen provozierte, aneckte. Seine Isolation, der Mangel an Resonanz, auch das Unvermögen zur stringenten schriftstellerischen Produktion hinterließen im literarischen Werk und in persönlichen Dokumenten viele Spuren von Depression: Sack litt an psychischen Krisen, einer halb pathologischen Niedergeschlagenheit.