Rheda

Am Hof zu Rheda-Tecklenburg gaben sich in den 1770er Jahren wandernde Schauspieltruppen wiederholt ein Stelldichein. Durch eine Rarität – das Tagebuch des Dieners Johann Friedrich Kreicker – sind wir über den Spielplan, aber auch weitere schöngeistige Interessen der fürstlichen Familie zu Bentheim-Tecklenburg unterrichtet. Für die Zeit von April bis Mai 1785 sind allein 22 Theateraufführungen verzeichnet. Es war Brauch der Grafen, Veranstaltungen des Hofes für jedermann zugänglich zu machen. Es fanden auch Aufführungen unter Mitwirkung der fürstlichen Familie, von Angehörigen des Hofes und Rhedaer Bürgern statt. Der Erlös mancher Aufführungen kam den Armen zugute. Die Familienbibliothek und eine viel benutzte Gebrauchsbibliothek legen weiteres Zeugnis von den literarischen Interessen der Familie ab.

Der Zeitzeuge Johannes Stephan Pütter notierte 1798 in seiner Selbstbiographie: »Der Hof, so klein er war, belebte doch die ganze Gegend.«
 

Literarische Stätte: Schloß Rheda.