Enge Beziehungen zu Rietberg unterhielt der sog. Holter Kreis um den Fabrikanten Julius Meyer (s. Rheda, Schloß Holte-Stuckenbrock). Hermine Tenges Schwägerin Therese, seit 1843 mit Carl-Friedrich Tenge (1824-1896) verheiratet, dem ältesten Sohn Friedrich Ludwig Tenges (s. Leopoldshöhe-Niederbarkhausen), führte im ehemaligen Herrschaftlichen Haus zu Rietberg, Müntestraße 10, ein Gästebuch, in dem die Namen vieler demokratisch und kommunistisch gesinnter Intellektueller der Zeit begenen. Im Gästebuch des Herrenhauses in Rietberg, oft fälschlicherweise als Haus Münte bezeichnet, hat sich 1867 unter anderem Karl Marx verewigt.
Literarische Stätte: Beim ehemaligen Herrschaftliche Haus in Rietberg (Müntestraße 10) handelt es sich um einen Dreiflügelbau aus dem Spätbarock.
Ein Autor mit besonderer Bedeutung für die Stadt ist der 1891 in Bochum geborene Josef Küper. Seine Eltern stammten aus Rietberg, er selbst lebte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod 1972 hier. Er verfaßte unterhaltsame Romane und Erzählungen mit beachtlichen Auflagenzahlen. Häufiges Thema sind die kleinstädtischen Verhältnisse in Rietberg. Über seine Biographie des ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübcke (1959 erschienen) hieß es 1959 in der Deutschen Tagespost: »Das Buch ist alles andere als eine beweihräuchernde Laudatio im Stil republikanischer Hofberichte, sondern eine barocke Zeichnung, der es an kraftvollen rustikalen Strichen und Pointen nicht fehlt«. Als Küper eine Neubearbeitung ablehnte, ließ Lübcke die gesamten Auflage des Buches aufkaufen.
Literarische Stätte: Wohnhaus Haus Bolzenmarkt 10.
Weitere literarische Stätten: Wilhelm Junkmann (s. Münster) war häufiger Besucher im Haus seines Onkels, Rietberg 41, heute Pochenstraße 11.