»Ah, da ist jemand, Elfriede. Guten Tag, wir dachten schon, es sei geschlossen. Wir wollen Kunst gucken. Das ist doch hier das Künstlerdorf, ja?« Sechzehn, siebzehn, achtzehn, verschwitzte Radfahrerinnen und Radfahrer zähle ich. »Ja, guten Tag allerseits, ja, das ist das Künstlerdorf.« (aus: Rolfrafael Schröer: Mein Sonntag in Schöppingen) Das 6.000-Seelendorf Schöppingen, 30 km nordwestlich von Münster gelegen, beherbergt eine in der Region einmalige Einrichtung. Das Künstlerdorf bietet acht bildenden Künstlern und acht Autoren Stipendien und Schaffensmöglichkeiten. Das Künstlerdorf besteht aus den beiden Höfen Schulze-Johann (von 1829) und Schulze-Dorfkönig (von 1839). Die Stipendiaten leben in Appartments, Kleinwohnungen und Ateliers. Die Tenne des Hofes beherbergt eine kleine Bibliothek und Leseecken, dazu das Literaturcafé‚ mit angrenzendem mächtigen Kaminzimmer. Im anderen Hof ist genügend Raum für Ausstellungen. Die Stipendiengelder werden von den Kultusministerien der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen, der NRW Stiftung sowie der Krupp- und der Heinrich Böll-Stiftung eingeworben. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet ein Kuratorium.