Steinfurt-Burgsteinfurt

August Conrad Grimm (*um 1770 Halle/Westfalen – †um 1810) war nach dem Militärdienst Wein- und Liquerverschleißer in Münster und Gastwirt in Burgsteinfurt, seit 1809 dann Landvermesser in Gronau. Der Herausgeber des Münsterischen Erzählers zur Belehrung und Unterhaltung (Münster 1803) gab 1809 in Coesfeld Meine merkwürdigen Schicksale. Kein Roman heraus.


»G[oué] war ein Mann von bedeutendem Genie und besaß in verschiedenen wissenschaftlichen Fächern nicht ungründliche Kenntnisse, aber erzdissolut, auf nichts als Spaß, Thorheit und windige Projecte ausgehend« – so lautet zusammengefaßt das nicht gerade günstige Urteil über August Siegfried Wilhelm von Goué (*1743 Hildesheim) in der Allgemeinen deutschen Biographie. Nach dem Jurastudium in Halle war Goué Hofgerichtsassessor in Wolfenbüttel und 1771 in Wetzlar Braunschweigisch-Wolfenbüttelscher Legationsrat. Fortan führte er ein unstetes Leben, das ihm die unehrenhafte Entlassung eintrug. 1775 war er privater Rechtsberater in Salzgitter. Sein Wanderleben beschloß er als Cavalier et Premierlieutenant am Hof des Grafen Bentheim-Steinfurt mit einer jährlichen Zuwendung von 100 Talern. 1779 war er in Burgsteinfurt Hofrichter, Hofcavalier und zugleich Hauptmann der gräflichen Haustruppen. Er verstarb, zuletzt dem Trunke ergeben, im Jahre 1789. Goué gründete mehrere Freimaurerlogen. Seinem Wetzlarer Orden gehörten unter anderem Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Wilhelm Gotter an. Goethe hat diesen seltsamen Patron im 12. Buch von Dichtung und Wahrheit charakterisiert.


In einem aktuellen Literaturlexikon heißt es: »[Goués] Schriften sind zwar literarisch unbedeutend, aber kultur- u. sprachgeschichtl. Dokumente hohen Ranges. Sein »Masuren oder der junge Werther« etwa verdient als ergänzende Hintergrundinformation u. wegen ihrer stärker noch als in Goethes »Werther« aufs Psychologische konzentrierten Gestaltung des Stoffs beigezogen zu werden, kaum jedoch als Dichtung […].« (Killy-Literaturlexikon)


Das Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt besuchte der spätere Dadaist Richard Huelsenbeck (s. Dortmund).