A wie Alphabetisierung

Die Zahl der »wirklichen« Buchkonsumenten im Deutschen Reich wird um 1800 auf lediglich ein Prozent geschätzt. In Westfalen war es um die Bildung des »einfachen Mannes« besonders schlecht bestellt. weiterlesen

A wie Anthologie

Regionale Anthologien spiegeln auf besondere Weise Zeitgeschichte. Die frühen westfälischen Taschenbücher und »Blütenlesen« der Biedermeierzeit sollten beispielsweise beweisen, dass Westfalen literarisch mit anderen Territorien mithalten konnte. Lokalpatriotismus und Westfalenstolz trieben unfreiwillig komische Blüten wie im »Driburger Taschenbuch« (1811, 1816) oder Moritz Bachmanns »Gunloda« (1832). weiterlesen

A wie Aphorismus

2005 wurde in Hattingen ein »Deutsches Aphorismus-Archiv« eröffnet. Auf seiner Homepage (www.dapha.de) wirbt es mit »Sie stoßen sich nicht an Denkanstößigem?« um Sympathisanten dieser literarischen Kurzform. weiterlesen

A wie Arbeiterliteratur

Die soziale Dichtung gewann in Westfalen Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Ein früher Repräsentant ist Heinrich Kämpchen. Er hatte eine große Leserschaft, weil er von 1890 bis 1912 in fast jeder Ausgabe der »Bergmanns-Zeitung« mit einem Gedicht auf der Titelseite vertreten war. weiterlesen

A wie Archiv

Wer sich intensiv mit einer/m verstorbenen Autorin/einem verstorbenen Autor beschäftigt, sollte ihre/seine Nachlasssituation kennen. Nicht in Konkurrenz, sondern als Ergänzung der großen deutschen Literaturarchive in Marbach (Deutsches Literaturarchiv) und Berlin (Akademie der Künste) konnten sich in mehreren Regionen Deutschlands kleinere Literaturarchive profilieren. weiterlesen

A wie Ausstellungen

Eine Dauerausstellung zur westfälischen Literatur von den Anfängen bis heute zeigt das »Museum für Westfälische Literatur« in Oelde-Stromberg. weiterlesen

A wie Autorenlexika

Das älteste westfälische Autorenlexikon ist Mathias Drivers Bibliotheca monasteriensis (1799). 1814 legte der Anthologist Friedrich Rassmann nach sechsjähriger Recherche ein »Münsterländisches Schriftsteller-Lexikon« vor, das durch seinen Nachfahren Ernst Raßmann mehrere Nachträge und Neubearbeitungen erfuhr. weiterlesen

B wie Barock

Die Literatur des 17. Jahrhunderts ist von einem großen Thema bestimmt: Not und Elend des 30-jährigen Kriegs 1618-1648. Beim von Günter Grass fiktiv anberaumten »Treffen in Telgte« (1979), bei dem sich – zeitlich parallel zu den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück – die Geistesgrößen deutscher Zunge heftig katzbalgten, waren westfälische Autoren nur Zaungäste. weiterlesen

B wie Bestseller

Was kaum bekannt ist: Der vermeintlich erste Bestseller der deutschen Literatur hat viel mit Westfalen zu tun. Gemeint ist Sebastian Brants »Das Narrenschiff« aus dem späten 15. Jahrhundert. Das Werk karikiert in Wort und Bild Modetorheiten der damaligen Zeit. weiterlesen

B wie Bibel

Die Bibel mag in »Harry-Potter«-Zeiten nicht mehr das meistgelesene aller Bücher sein, eines der wirkungsmächtigsten aber bleibt sie allemal. weiterlesen

B wie Bibliothek

Die bedeutendste Bibliothek Westfalens findet sich auf Schloss Höxter-Corvey. Hier versah im 19. Jahrhundert August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), Verfasser des Deutschlandliedes und vieler Kinderlieder, eine Anstellung als Bibliothekar. weiterlesen

B wie Blick von Außen | Durchreisende

Reisende, die in grauer Vorzeit (meist widerwillig) Westfalen durchstreiften, stellten dem Land überwiegend schlechte Zeugnisse aus. Unisono konstatierten sie eine geradezu barbarische Kultur- und Geistesferne. weiterlesen

B wie Blut und Boden

Nach 1900 gewann in Westfalen die Volkstumsidee an Boden. Man begann nach »charakteristischen Zügen« des »Westfälischen« zu fragen und grenzte dieses gegenüber angeblich »rassistisch Minderwertigem« ab. weiterlesen

B wie Bökendorfer Märchenkreis

Wo einst Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) und Wilhelm Grimm (1786-1859) Vergissmeinnicht pflückten, erinnert heute ein gutbesuchtes Museum an den sog. Bökendorfer Märchenkreis. weiterlesen

B wie Buchdruck

Zwischen 1485 und 1488/89 betrieb Johannes Limburg in Münster die erste westfälische Buchdruckerei, aus der drei kirchliche und vier humanistische Schriften bekannt sind. Den Rang, einziger Druckort in Westfalen zu sein, behauptete Münster lange Zeit. weiterlesen

B wie Buchkunst

Der 1876 in Minden geborene Verleger Max Bruns war ein entschiedener Anwalt der Moderne: Er verkörperte den Typus eines rein literarischen Verlegers, der zuweilen um den Preis des Ruins ausschließlich seiner Kunstgesinnung folgte. weiterlesen

B wie Buchreihen

Einen frühen Versuch, durch eine Buchreihe aktive Literatursichtung und -förderung zu betreiben, startete der Westfälische Heimatbund nach dem Zweiten Weltkrieg. In der landeskundlich orientierten »Kleinen westfälischen Reihe« war der westfälischen Literatur eine eigene Unterreihe reserviert. Hier erschienen unter anderem Texte Ernst Meisters, Hans Dieter Schwarzes und Peter Hilles. weiterlesen

C wie Curiosa

Der erste deutsche Forschungsreisende, der unter Lebensgefahr Russland, Persien, Indien und Japan bereiste und hierüber Aufzeichnungen hinterließ, stammte aus Lemgo. weiterlesen

D wie Dadaismus

Richard Huelsenbeck, einer der profiliertesten Theoretiker des Dadaismus, verbrachte seine Jugend in Dortmund und Bochum, wo sein Vater als Chemiker im Bergbau tätig war. weiterlesen

D wie Detmolder Dichter

Es ist fast paradox, wie sehr die westfälische Dichtung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Dichtern der kleinen Residenzstadt Detmold repräsentiert wird, die 1806 ganze 311 Häuser und 2.200 Seelen zählte. weiterlesen

D wie Dichterstätten

Wer nachforscht, kommt auf etwa 160 bedeutendere literarische Haltepunkte zwischen Rhein und Weser, die auf ihre Art und Weise Literaturgeschichte dokumentieren. Besonders treten die Dichter-Museen hervor. weiterlesen

D wie Dichterstraßen

In Westfalen gibt es nur eine originäre Dichterstraße, die sog. »Hochstift-Dichterstraße« in Ostwestfalen. Sie führt von Bad Driburg aus über verschiedene Abstecher (Nieheim, Marienmünster, Beverungen, Brakel) wieder zurück zum Ausgangsort. weiterlesen

D wie Doppelbegabung

Beim Stichwort »Doppelbegabung« fällt vor allem der Name Ernst Meister ein. Der Hagener Büchner-Preisträger verfügte über ein ausgeprägtes malerisches Talent, weiterlesen

D wie Droste-Hülshoff

Der Ikone der westfälischen Literatur sind allein vier Museen gewidmet: zwei in Westfalen (Schloss Hülshoff als Geburtshaus; das Rüschhaus als langjähriger Wohnsitz) und zwei am Bodensee (Sterbeort im Alten Schloss Meersburg; das »Fürstenhäuschen« als geplante Sommerresidenz in späten Jahren). weiterlesen

E wie Exilliteratur

Die Liste von Autorinnen und Autoren, die wegen ihres jüdischen Glaubens oder ihrer linksoppositionellen Haltung vor dem Nationalsozialismus ins Ausland fliehen mussten, ist lang. weiterlesen

F wie Fabeln

Im 18. Jahrhundert bedienten sich Volksaufklärer der Fabeln, um den »Untertanen« Wissen auf unterhaltsam-belehrende Art und Weise zu vermitteln. weiterlesen

F wie Fernsehen

Der bekannteste westfälische Drehbuchautor ist der Hagener Herbert Reinecker. In den fünfziger Jahren wurde er zum viel beschäftigten Drehbuchautor für deutsche Unterhaltungs- und Kriminalfilme, die zunächst in der Tradition von Francis Durbridge standen. weiterlesen

F wie Forschung

Nestor der westfälischen Literaturgeschichte ist der Münsterer Germanist Julius Schwering. Er betreute über 230 Dissertationen, ein Großteil davon zu Themen der westfälischen Literaturgeschichte. weiterlesen

F wie »Frauenzimmerliteratur«

»Wär ich doch kein Weib geworden, das sich so geduldig in all die Fesseln und Einschränkungen des bürgerlichen Lebens schmiegen muß, und das, so verschieden auch sein Charakter und seine Geisteskräfte sein mögen, doch immer sich derselben Bestimmung fügen muß«. weiterlesen

F wie Fritz-Hüser-Institut

Das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur ist eine europaweit einzigartige Institution. Der Anfang des Instituts ist eng verknüpft mit dem regen Kulurleben der Stadt Dortmund, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die westfälische Literaturstadt war. weiterlesen