Amalia von Gallitzin und ihr Zirkel, der sog. »Kreis von Münster«, prägte Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts maßgeblich das literarische Klima Münsters und seiner Umgebung. Er stand in dem Ruf, ein »westfälisches Weimar« zu sein. weiterlesen
Kategorie: Stichwort-ABC
G wie Geniekult
Beim Stichwort »Geniekult« fällt der Name Peter Hille ein. Der Dichterbohemien schrieb um 1900 in Berlin Literaturgeschichte. Der Kristallisationspunkt hierfür war in Hilles letzter Lebensphase das Berliner Weinlokal »Dalbelli«, in dem Freunde ihrem Idol ein literarisches Kabarett eingerichtet hatten. Auf dem Podium stand damals unter anderem Else Lasker-Schüler. weiterlesen
G wie »Gruppe 61«
In den 1960er und 1970er Jahren kam in der westfälischen Literatur viel in Bewegung. Neue Themen und Schriftsteller machten von sich reden. Die Dortmunder »Gruppe 61« mit ihrer Forderung, die industrielle Arbeitswelt in die Literatur einzubeziehen, wurde bundesweit bekannt. weiterlesen
G wie Grusel- und Horrorliteratur
Einer der erfolgreichsten Horror-Klassiker der Welt wurde von einem westfälischen Autor verfasst. Die Rede ist von der »John-Sinclair«-Serie des Dortmunder Helmut Rellergerd alias Jason Dark (1945), die bei Insidern Kultstatus genießt. Die Auflage der im Bastei-Lübbe-Verlag erscheinenden Hefte beträgt über 260 Millionen Exemplare, hinzu kommen Hörbücher, die in Hinsicht auf Sprecher-Besetzung, Dramaturgie und Aufnahmetechnik höchsten Standards genügen. weiterlesen
H wie Heimat
Das Stichwort »Heimat« zieht sich wie ein roter Faden durch die westfälische Literaturproduktion und -rezeption. Das Panorama reicht von Karl Leberecht Immermanns Roman »Münchhausen« (1838/39) bis in die heutige Zeit. weiterlesen
H wie Hörspiel
Die westfälische Hörspiellandschaft ist bunt und vielfältig. Sie kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bis zum Beginn der Fernseh-Ära nahm das Hörspiel (mit einem Höhepunkt in den 1950er Jahren) einen dominanten Platz in der sich rasch entwickelnden Medienlandschaft ein. weiterlesen
H wie Humanismus
Eine zusammenfassende Darstellung der humanistischen Literatur Westfalens steht noch aus. Dies ist zu bedauern, da die humanistische Literatur Westfalens bedeutend ist. Zu nennen ist unter anderem Hermann Hamelmann (1525-95), ein Reformator in Bielefeld und Lemgo. weiterlesen
H wie Humor
Wie fließend die Übergänge zwischen »E« und »U« oft sind, zeigt das Beispiel eines der bekanntesten deutschen Kabarettisten der 1960er und 1970er Jahre: Jürgen von Manger alias Adolf Tegtmeier wurde durch sein Ruhrpott-Kauderwelsch legendär. weiterlesen
I wie Illustration
Es ist nur wenig bekannt, dass aus Westfalen viele bekannte Kinder- und Jugendbuchillustratoren/innen stammen. An der Münsterer Fachhochschule für Design existiert ein spezieller Ausbildungsgang, der sich als Talentschmiede bewährt hat. Heutige Kinder- und Jugendbuchillustrationen entführen in üppige, oft kreischbunte Bilderwelten. weiterlesen
I wie Innovation
Mitte der 1950er Jahre trat mit Paul Schallück, Hans Dieter Schwarze und Erwin Sylvanus eine neue westfälische Autorengruppe auf, die sich nicht scheute, der älteren Generation ihre NS-Vergangenheit vorzuwerfen (s. Stichwort »Schmallenberger Dichterstreit«). weiterlesen
I wie Internet
Immer mehr Autorinnen und Autoren nutzen das Internet als Publikationsplattform. Das Westfälische Literaturbüro Unna listet unter www.nrw-autoren-im-netz.de »Autoren mit Websites« auf, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. weiterlesen
J wie Jazz & Lyrik
Coolness und Intellektualität: Jazz und Lyrik passen einfach zusammen. Ein Pionier eines solchen musikalisch-literarischen Teamworks ist der in Dortmund geborene Peter Rühmkorf (Jg. 1929), der gleich an mehreren Jazz & Lyrik-Projekten beteiligt war, zuletzt innerhalb der Reihe »Live! auf dem Kulturgut« des »Museums für Westfälische Literatur«. weiterlesen
J wie Jüdische Literatur
Ein ambitioniertes Projekt der Universität Paderborn trägt den Titel »Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen«. Es geht den Lebensspuren und literarischen Spuren von jüdischen Autorinnen und Autoren nach, die in Westfalen geboren wurden oder gelebt haben. weiterlesen
K wie Kabarett und Kleinkunst
Einer der eigenwilligsten deutschen Kabarettisten stammt aus hiesigen Landen: Erwin Grosche, geborener (und bekennender) Paderborner, 1999 Träger des Deutschen Kleinkunstpreises. Hanns Dieter Hüsch ernannte diesen »ungewöhnlichsten aller deutschen Kabarettisten« schon frühzeitig zu seinem Nachfolger. weiterlesen
K wie Kinder- und Jugendbuch
»Das« spezifisch westfälische Kinder- oder Jugendbuch gibt es nicht. Westfälische Kinder- und Jugendbuchautoren greifen Themen auf, die in Westfalen, aber auch anderswo vorkommen: Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit, Ausgrenzung, Ökologie, Drogen, Isolation, Alltagssorgen, Probleme des Erwachsenwerdens. weiterlesen
K wie Kinderbuchklassiker
Wer weiß schon, dass viele Bestseller und Klassiker des deutschen Kinderbuches aus Westfalen stammen? Zum Beispiel Dauerbrenner wie die millionenfach verkauften »Bummi«-Bücher der Sauerländerin Martha Schlinkert oder die »Immenhof«-Saga der Bocholterin Ursula Bruns, die durch die Verfilmung mit Heidi Brühl deutsche Nachkriegsfilmgeschichte schrieb. Verfilmt wurden auch Max von der Grüns »Die Vorstadtkrokodile«, Musterbeispiel für ein soziales Kinderbuch und ebenfalls in Millionenauflage verbreitet. weiterlesen
K wie Kinderlieder
Eine der bekanntesten deutschen Kinderliedersammlungen stammt von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Er komplettierte sie während seiner Zeit als fürstlicher Bibliothekar auf Schloss Höxter-Corvey (1860- 1874). Keine andere deutsche Kinderlieder-Sammlung erreichte eine ähnliche Volkstümlichkeit. weiterlesen
K wie Konfessionelle Dichtung
Der Gallitzin-Kreis (s. das entsprechende Stichwort) fördert auf breiter Basis das Entstehen und die Verbreitung katholischen Volksschrifttums. weiterlesen
K wie Krimi
Ist nicht schon Annette von Droste-Hülshoffs Novelle »Die Judenbuche« ein Krimi? Jedenfalls wird er als solcher rezipiert und in entsprechenden Sammelbänden rubriziert. Ebenfalls ein Krimiautor früherer Tage ist der aus Oelde-Lette gebürtige Jodokus Donatus Hubertus Temme. weiterlesen
K wie Künstlerdorf Schöppingen
Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen ist ein weiteres Instrument der Literaturförderung in Westfalen. Das Künstlerdorf besteht aus zwei Bauernhöfen, in denen Künstler aus ganz Europa zu Gast sind. weiterlesen
K wie Kulinarisch | Kochbücher
Eine der bekanntesten deutschen Kochbuchautorinnen stammt aus Westfalen: Henriette Davidis. Durch ihre mit dem unverwechselbaren »Man nehme…« eingeleiteten Rezeptvorschläge ist ihr Name unwiderruflich in die Geschichte der deutschen Kochbuchliteratur eingeschrieben. weiterlesen
L wie Lesekultur
Schöngeistige Literatur hatte es in Westfalen lange Zeit schwer – böse Zungen behaupten gar, dass sich daran bis heute nichts geändert habe. Die Buchkultur war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein von wissenschaftlichem und theologischem Schrifttum dominiert. weiterlesen
L wie Lippische Landesbibliothek Detmold
In ihrem »Lippischen Literaturarchiv« arbeitet die Lippische Landesbibliothek Detmold traditionell lippische Autoren auf. Das Hauptgewicht liegt auf Schriftstellern des 19. Jahrhunderts (Grabbe, Freiligrath, Weerth), für die fortlaufende Bibliographien erstellt werden. weiterlesen
L wie »literatur archiv nrw«
Das Internet-Magazin www.literatur-archiv-nrw widmet sich dem Thema Literarisches Leben in NRW unter dem besonderen Aspekt Literaturarchiv. weiterlesen
L wie Literaturatlas
Die frühesten Versuche, das literarische Westfalen »kartografisch« zu erfassen, wurden von dem Gelsenkirchener »Literaturallrounder« Hugo Ernst Käufer (geb. 1927) gestartet. weiterlesen
L wie Literaturbüros
»Jeder ist ein Küntsler!« Nein, hier liegt kein Druckfehler bzw. Buchstabendreher vor. Das sprachliche Apercu von Joseph Beuys ist dem Grundgedanken, der in den 1980er Jahren zur Gründung des ersten westfälischen Literaturbüros führte, gar nicht so fremd. weiterlesen
L wie Literaturförderung
»Fördern, was es schwer hat« – das Motto des NRW-Kultursekretariats bringt es auf den Punkt: Kultur abseits des Mainstreams bedarf der institutionellen Förderung und hat deshalb auch ihren Preis. weiterlesen
L wie Literaturgesellschaften
Wenn Sie als Förderer der westfälischen Literatur auftreten möchten, sollten sie Mitglied einer literarischen Gesellschaft werden. In Westfalen gibt es 16 Dichtergesellschaften, die ein vielseitiges Programm anbieten, das jedem etwas bietet – von der Dichterlesung bis zur literarischen Studienfahrt, vom geselligen Freundschaftstreff bis zur wissenschaftlichen Tagung. Außerdem setzen sich literarische Gesellschaften für den Erhalt von Dichterstätten ein, geben Jahrbücher heraus und organisieren Seminare und Tagungen. weiterlesen
L wie Literaturkritik und Publizistik
Aus dem sauerländischen Altena stammt der Literaturkritiker Friedrich Sieburg, der auch als Lyriker und Reiseschriftsteller auftrat. Er wurde 1963 mit dem Annette von Droste-Hülshoff-Preis (Westfälischer Literaturpreis) ausgezeichnet. weiterlesen
L wie Literaturpreise
Literaturpreise sind ein verlässlicher Indikator für die Vitalität des literarischen Lebens vor Ort. Auch hier steht Westfalen nicht hinter der bundesrepublikanischen »Konkurrenz« zurück. Der bedeutendste westfälische Literaturpreis ist der Annette von Droste-Hülshoff-Preis (Westfälischer Literaturpreis). Er wird zweijährig vergeben und ist mit 12.800 Euro dotiert. Die Annalen der Preisträger warten immer wieder mit Überraschungen auf. weiterlesen