Was kaum bekannt ist: Der vermeintlich erste Bestseller der deutschen Literatur hat viel mit Westfalen zu tun. Gemeint ist Sebastian Brants »Das Narrenschiff« aus dem späten 15. Jahrhundert. Das Werk karikiert in Wort und Bild Modetorheiten der damaligen Zeit. Gesetzt wurde es in der sauerländischen Buchdruckerei des Bergmann zu Olpe. – Annette von Droste-Hülshoffs Erzählung »Die Judenbuche« (1842) ist in alle Weltsprachen übersetzt und mittlerweile in etwa 5 Millionen Exemplaren verbreitet. Etwa 800.000 Mal wurde Josef Wincklers Schelmenroman »Der tolle Bomberg« (1923) verkauft. Das Buch wurde mit Hans Albers verfilmt. Erst Erich Maria Remarques (1898-1970) »Im Westen nichts Neues« (1928/29) verdrängte den Titel von der Spitze der deutschen Bestsellerliste. Ein Megaseller heutiger Tage ist Bernhard Schlinks »Der Vorleser« (1995). Das Buch des Bielefelder Autors wurde allein in den USA rund zwei Millionen Mal verkauft und ist als Hollywood-Stoff im Gespräch. Die Romane der Unterhaltungsschriftstellerin Hera Lind dürften inzwischen die 6-Millionen-Grenze überschritten haben (»Ein Mann für jede Tonart«, »Frau zu sein bedarf es wenig«, »Das Superweib«, »Die Zauberfrau«). »Das Superweib« führte über ein Jahr lang die deutsche Bestsellerliste an und wurde von »Die Zauberfrau« unmittelbar abgelöst (s. auch die Stichworte »Unterhaltungsliteratur«, »Western« und »Gruselliteratur«).