B wie Blut und Boden

Nach 1900 gewann in Westfalen die Volkstumsidee an Boden. Man begann nach »charakteristischen Zügen« des »Westfälischen« zu fragen und grenzte dieses gegenüber angeblich »rassistisch Minderwertigem« ab. Das Werk Karl Wagenfelds, das ausschließlich in der bäuerlichen Welt spielt, übt aus solcher Warte massive Zivilisationskritik. Zwischen 1920 und 1940 erlebte das Westfalenthema seinen Höhepunkt. Es erschienen in dieser Zeit über 200 (!) Westfalenromane. Eine große Zahl westfälischer Schriftsteller schloss sich dem Nationalsozialismus an. 1941 veröffentlichte die Zeitschrift »Heimat und Reich« ein »Kriegsbekenntnis westfälischer Dichter«. Diese empfanden sich als »Soldaten des Wortes«. Die bekanntesten westfälischen »Blut und Boden«-Autoren/innen sind Lulu von Strauß und Torney, Heinrich Luhmann und Josefa Berens-Totenohl. Die Titel der Bücher sind austauschbar und sprechen für sich »Bauernstolz«, »Aus Bauernstamm«, »Pflug im Acker«, »Der Bauernreiter«, »Korn und Brot« usw. usf. (s. auch das Stichwort »Nationalalsozialismus«).