Eine zusammenfassende Darstellung der humanistischen Literatur Westfalens steht noch aus. Dies ist zu bedauern, da die humanistische Literatur Westfalens bedeutend ist. Zu nennen ist unter anderem Hermann Hamelmann (1525-95), ein Reformator in Bielefeld und Lemgo. Er verfasste neben theologischen Schriften die erste lutherische Reformationsgeschichte Westfalens. Johannes Kerckmeister (um 1450-1500) verteidigte in der zweitältesten deutschen Schulkomödie (»Codrus«, 1485) die neuen humanistischen Studien und verspottete die mittelalterliche Bildung. Rudolf von Langen (1438-1519), Propst und Domkapitular in Münster, verfasste den ersten humanistischen Gedichtband, der in Deutschland gedruckt wurde (Carmina, 1486). Johannes Murmellius (1480-1517), Lehrer für Latein am Gymnasium Paulinum in Münster, schrieb neben mehreren Unterrichtswerken auch Gedichte sowie eine Anleitung über die Dichtkunst (»Tabulae in artis componendorum versuum rudimanta« (1515, mehr als sechzig Nachdrucke bis 1658).