H wie Humor

Wie fließend die Übergänge zwischen »E« und »U« oft sind, zeigt das Beispiel eines der bekanntesten deutschen Kabarettisten der 1960er und 1970er Jahre: Jürgen von Manger alias Adolf Tegtmeier wurde durch sein Ruhrpott-Kauderwelsch legendär. Er begann als »ernsthafter« Schauspieler am Hagener Stadttheater und Bochumer Schauspielhaus, bevor zufällig sein Talent für komische Rollen entdeckt wurde. Mit dem Soloprogramm »Der Schwiegermuttermörder« in der Sylvesternacht 1961/62 begann seine steile Karriere in Funk und Fernsehen. Ein deutschlandweit bekannter Humorist war auch Fred Endrikat. Sein Markenzeichen war die heitere Lebensbetrachtung und »Entlarvung« menschlich-allzumenschlicher Schwächen. Als dritter Repräsentant der leichten Muse sei Peter Paul Althaus genannt. Er gründete 1934 in Schwabing das literarische Kabarett »Der Zwiebelfisch« und war nach 1945 an weiteren Münchener Kabarettgründungen beteiligt. Viele seiner humoristischen Texte, etwa die schnurrigen »Dr.-Enzian-Episoden«, erlebten hier ihre Uraufführung. In der Münchener Szene galt er als »Inkarnation« des Schwabinger Boheme-Lebens (s. auch das Stichwort Kabarett ).