K wie Kabarett und Kleinkunst

Einer der eigenwilligsten deutschen Kabarettisten stammt aus hiesigen Landen: Erwin Grosche, geborener (und bekennender) Paderborner, 1999 Träger des Deutschen Kleinkunstpreises. Hanns Dieter Hüsch ernannte diesen »ungewöhnlichsten aller deutschen Kabarettisten« schon frühzeitig zu seinem Nachfolger. Die Analogien sind unverkennbar. Auch bei Grosche dominieren die leisen Zwischentöne. Auch bei ihm geht es phantasievoll und poetisch zu, auch er hegt eine besondere Vorliebe für Sprachwitz, skurrile Situationen und die großen Verwicklungen im kleinen Alltag. – Dem politischen Kabarett zuzuzählen ist Fritz Eckenga (Jg. 1955). Er tritt mit humoristischen Soloprogrammen auf. Eine Paraderolle ist die eines Bademeisters mit verspiegelter Sonnenbrille, der, in schönstem Ruhrdeutsch, des Chaos am und im Freibadbecken Herr zu werden versucht (»Ehh!!! Spring nich vonne Seite rein, Kollege! Machse datt zu Hause auch?«). Eckenga gehört zu den Gründungsmitgliedern des Musik-Theater-Ensembles »N8schicht«, mit dem er seit über zwanzig Jahren erfolgreich durch Deutschland tourt. Erfolgreiches literarisches Kabarett machte von 1992 bis 2000 das aus Frank Goosen und Jochen Malmsheimer  bestehende Duo »Tresenlesen«. Beide Akteure sind inzwischen erfolgreich als Solisten unterwegs. – »Zirkeltraining« ist der Name eines jungen Bielefelder Autorenteams, das, der Selbstauskunft nach, aus »fünf Herren in der Blüte ihrer Jahre« besteht. Es genießt in Bielefeld Kultstatus und füllt problemlos jeden größeren Veranstaltungssaal. Das Geheimnis des Erfolgs ist die dargebotene muntere Text-Mixtur. Sie will das sein, »was Popsongs früher einmal waren: Eingängig, sofort zu verstehen und doch raffiniert, unterhaltsam, federleicht und gespickt mit einem kleinen Kern transzendenter Erkenntnis«. – In der Kabarettszene drängen immer neue Talente nach (wie etwa der Soester Johann König alias René Otzenköttel). Einen eigenen Preis für »Kabarett und poetische Kurztexte« vergibt seit 2007 die Peter-Hille-Gesellschaft unter dem Titel »Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis«.