Wenn Sie als Förderer der westfälischen Literatur auftreten möchten, sollten sie Mitglied einer literarischen Gesellschaft werden. In Westfalen gibt es 16 Dichtergesellschaften, die ein vielseitiges Programm anbieten, das jedem etwas bietet – von der Dichterlesung bis zur literarischen Studienfahrt, vom geselligen Freundschaftstreff bis zur wissenschaftlichen Tagung. Außerdem setzen sich literarische Gesellschaften für den Erhalt von Dichterstätten ein, geben Jahrbücher heraus und organisieren Seminare und Tagungen. Im Mittelpunkt der Vereinigungen steht nicht nur der Namensgeber (Annette von Droste-Hülshoff, Christian Dietrich Grabbe, Peter Hille, Hertha Koenig, Ernst Meister, Friedrich Wilhelm Weber, Augustin Wibbelt, Christine Koch), sondern auch Literatur aus seinem Umkreis. Das Jahrbuch der Wibbelt-Gesellschaft versteht sich beispielsweise als Forum für die gesamte niederdeutsche Literatur Westfalens. Es verfügt über ein ausführliches Neuerscheinungsverzeichnis und einen Rezensionsteil. Die Christine-Koch-Gesellschaft engagiert sich für die Literatur des Sauerlandes. Auf der literarischen Landkarte Westfalens bilden die literarischen Gesellschaften eine feste Größe. Sie tragen durch ihr Engagement wesentlich zur Belebung des literarischen Lebens und seiner Erforschung bei. Zurzeit sind in Westfalen etwa 2.500 Personen Mitglieder einer Dichtervereinigung. Es hat sich vielfach bewährt, wenn Literarische Gesellschaften bei Stiftungen oder Kommunen als Antragsteller auftreten. Beispiele hierfür sind die Renovierung des Rilke-Turms auf Gut Böckel (Hertha-Koenig-Gesellschaft), des Hille-Hauses in Erwitzen (Peter-Hille-Gesellschaft) oder der Ausbau des Museums für Westfälische Literatur (Förderkreis Kulturgut Haus Nottbeck). Die westfälischen Literaturgesellschaften schlossen sich 1991 zu einer »Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften Westfalens« zusammen. Ihre Geschäftsstelle befindet sich beim Landschatfsverband Westfalen-Lippe. Sie wird von der Literaturkommission für Westfalen betreut. Die AG fördert den internen Zusammenhalt und Ideentransfer zwischen den Gesellschaften, was zum Beispiel zu Synergieeffekten bei der Programmplanung geführt hat.