L wie Literaturstiftungen

In Westfalen gibt es lediglich eine Stiftung, die sich ausschließlich auf literarische Belange konzentriert: Die 1998 gegründete und in Bochum ansässige Liselotte und Walter Rauner-Stiftung. Sie hat sich die Förderung zeitgenössischer Lyrik in Nordrhein-Westfalen zur Aufgabe gemacht und führt in diesem Sinne auch Lyrik-Wettbewerbe durch: »Dass Lyrikbände nicht gerade zu den Bestsellern gehören, ist allgemein bekannt, und dennoch sollte dies nicht zu vorschnellen Schlussfolgerungen verleiten. Denn tatsächlich ist das Interesse eines breiten Publikums an Lyrik nach wie vor vorhanden. Dies wird durch zahlreiche Veranstaltungen und Lyrik-Festivals mit großem Publikumszulauf belegt, aber auch durch beachtliche Verkaufsauflagen einzelner Lyrikveröffentlichungen bzw. Lyrikanthologien. Da sich jedoch der Literaturbetrieb in den letzten Jahren immer stärker auf die gängigen Bestseller konzentriert, bedarf die Lyrik der unterstützenden Vermittlung und Förderung.« (Selbstbeschreibung) Diese sieht vor, »besondere Publikationen einzelner materiell zu fördern, Anthologien herauszugeben und Lesungen zu veranstalten, nicht zuletzt in Schulen, um der Lyrik in NRW und damit auch den Lyrikerinnen und Lyrikern ein zusätzliches Forum zu geben.« – Zwar in Köln ansässig, aber ihrem Profil nach westfälisch orientiert, ist die Nyland-Stiftung. Sie wurde von dem in Rheine geborenen Autor Josef Winckler, Autor des »Tollen Bomberg«, ins Leben gerufen. Die Stiftung gibt neben einer Winckler-Gesamtausgabe mehrere Buchreihen heraus (»Neue Westfälische Literatur«, Nylands Kleine Westfälische Bibliothek) und zudem eine »hörbibliothek nyland«. Die Stiftung arbeitet eng mit anderen literarischen Einrichtungen zusammen, etwa dem »Museum für Westfälische Literatur«, der Literaturkommission für Westfalen und dem »Winckler-Haus« in Rheine, das Exponate aus dem umfangreichen Nyland-Archiv ausstellt. Zusammengenommen wurden in den letzten 10 Jahren rund 50 (Hör-)Buchprojekte realisiert. Der Hauptakzent liegt dabei auf der literarischen Moderne (s. auch das Stichwort »Buchreihen «).