2006 feierte das »Museum für Westfälische Literatur« sein 5-Jähriges Jubiläum. Im Vorfeld der Gründung war viel gemutmaßt worden: Mit seinem Standort in der Oelde-Stromberger Bauerschaft Nottbeck liege das Museum viel zu weit ab vom Schuss. Auch in thematischer Hinsicht überwog die Skepsis, weil sich Literatur bekanntlich schwer museal vermitteln lässt. Genau das Gegenteil trat ein. Das Museum entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten. Gezählt wurden nach fünf Jahren etwa 100.000 Interessierte, die rund 100 Veranstaltungen auf dem Kulturgut (Literaturmuseum sowie Musik- und Theaterwerkstatt des Kreises Warendorf) besuchten. Auf Haus Nottbeck finden Lesungen, Performances, Hörspielpremieren, literarische Preisvergaben, Jazz & Lyrik-Konzerte, Bücherflohmärkte, Druckerwerkstatt, Seminare, Tagungen und vieles mehr statt. Bei alledem ist das Haus kein elitäres Museum. Es bietet jedem etwas, dem Experten wie den Radtouristen, die demnächst auf dem neuen Werse-Ems-Weg das Haus passieren. Das Kulturcafé, das am Wochenende seine Pforten öffnet, ist durchgängig gut besucht. Schülergruppen aus nah und fern sind auf Haus Nottbeck anzutreffen, Musikvereine, Chöre usw. Als besonderes Plus wirkt sich aus, dass das Kulturgut in eine landschaftlich besonders reizvollen Gegend eingebettet ist, die zu Ausflügen geradezu einlädt. Eine besondere Attraktion findet sich im Park des Kulturguts. Dort kann man an drei Hörinseln westfälischen Hörspielen oder Autorenlesungen lauschen. Die akustische Vermittlung von Literatur ist Teil des Programms, das – zeitgemäß – auch die akustische Vermittlung von Literatur mir einschließt. Besonders haben sich die Hörinseln für spannende Krimistoffe bewährt. Eine eigenständige Auftragsarbeit des Museums war Georg Bührens Kriminalhörspiel »Die Spur des Malers«, das sich von Hörinsel zu Hörinsel neu erschloss.