N wie Nachlässe

»Wohin mit dem ganzen Papier?« Diese Frage stellt sich wohl jeder Schriftsteller irgendwann einmal. Um Nachlässe bzw. Vorlässe (Hinterlassenschaften, die Schriftsteller schon zu Lebzeiten einem Archiv übergeben) kümmern sich spezielle Literaturarchive. Auf Bundesdeutscher Ebene sind hier das Deutsche Literaturarchiv in Marbach und die Akademie der Künste in Berlin zu nennen. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Literaturarchive. Die Vorteile liegen auf der Hand. Regionale Archive können sich intensiver, zielgerichteter und häufig auch flexibler um Bestände kümmern, die in der »großen Literaturgeschichte« eher »untergehen«. In Westfalen sammeln die Universitäts- und Landesbibliothek Münster, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, die Lippische Landesbibliothek Detmold sowie das Fritz-Hüser-Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur (s. die entsprechenden Stichpunkte) literarische Nachlässe. 2001 kam ein neues, vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe betreutes »Westfälisches Literaturarchiv im Westfälischen Archivamt« (WLA) hinzu. Es wird von der Literaturkommission für Westfalen inhaltlich und vom Archivamt archivarisch betreut. Die wertvollsten Schätze des WLA sind der Ernst-Meister- und der Josef-Winckler-Nachlass. Im Hintergrund solch aufwändiger Sammeltätigkeit steht das Bestreben, hochrangiges Kulturgut zu sichern und aufzubewahren. Für die Erarbeitung qualifizierter Editionen sind Literaturarchive unerlässlich, wie das Beispiel der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe zeigt.