Warum lesen, wenn man sich’s auch anhören kann? Während die Buchbranche stagniert, erleben Audiobooks jährlich nicht unerhebliche Wachstumsraten. Ob sich dabei derselbe Effekt wie bei aufmerksamer Lektüre einstellt, sei dahingestellt; andererseits empfehlen sich Hörbücher als angenehme Reise- und Staubegleiter. Der Bielefelder Pendragon-Verlag hat sich auf Hörbücher westfälischer Autorinnen und Autoren spezialisiert. Im Programm treffen wir auf Peter Paul Althaus, Erwin Grosche, Michael Klaus, Hertha Koenig und, von den Jüngeren, Hellmuth Opitz. Mit solchen Titeln lässt sich kein finanzieller Coup landen, sie bilden aber, wie Verlagsleiter Günther Butkus betont, ein bewährtes Standbein eines Verlags, der seit über 20 Jahren ein Auge darauf hat, was in der Region literarisch passiert. Ein überregional agierender Hörbuchverlag ist „roofmusic“ in Bochum. Hier veröffentlichen aus dem westfälischen Spektrum unter anderem Wiglaf Droste, Frank Goosen, Friedrich Küppersbusch, Jochen Malmsheimer, Gustav Peter Wöhler und Götz Alsmann. Außerdem hat der Verlag zahlreiche Titel des unverwüstlichen und scheinbar zeitlosen Jürgen von Manger im Programm. – Nach O-Ton-Raritäten aus der westfälischen Literaturgeschichte hält auch die erwähnte »Literaturkommission für Westfalen« Ausschau. In ihrer Reihe »Tonzeugnisse« kommt beispielsweise Ernst Meister zu Wort – mit Zeugnissen, die in seinem Nachlass aufgefunden wurden. Eine andere Produktion widmete sich Elisabeth Hauptmann, der Mitarbeiterin Bertolt Brechts. Anhand von 52 Tonbändern à 20 Minuten – Interviewmaterial, das anlässlich der DDR-Fernsehproduktion »Die Mitarbeiterin« (1972) entstand – wurde ein Lebensbild entwickelt, in dem die Autorin über ihr eigenes Schreiben, ihre Zusammenarbeit mit Brecht und das Treiben der »Brecht-Factory« Auskunft gibt.