Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Zeitalter der Reiseliteratur. Damals entstand die populäre Reihe »Das malerische und romantische Deutschland« (1836-1841). Westfalen war darin vergessen worden, was Westfalenpatrioten auf den Plan rief. Ferdinand Freiligrath nahm, mitinspiriert durch Immermanns »Münchhausen«-Roman (1838/1839) ein entsprechendes Westfalenwerk in Angriff. Die Bearbeitung des »Malerischen und romantischen Westfalen« übernahm im Wesentlichen Levin Schücking, Freund der Droste, die ebenfalls mitarbeitete und Landschaftsprosa sowie historische Balladen beisteuerte. Mit dem mehrfach aufgelegten und neu bearbeiteten Landschaftsbildband hielt die nostalgische Verklärung Westfalens Einzug. Levin Schücking trat darüber hinaus vielfach als Reiseschriftsteller in Erscheinung. Die Droste schuf ihrerseits mit ihren »Westfälischen Schilderungen« (1845) ein vieldiskutiertes Reisewerk, das wegen seiner Desavouierung der ostwestfälischen und sauerländischen Bevölkerung – zum großen Missfallen der Autorin – einen regelrechten »Skandal« auslöste. Eine Wiederauferstehung erlebte die Gattung Reiseliteratur seit den 1960er Jahren durch Reportagen etwa eines Max von der Grün. Die Reisen von Schriftstellerdelegationen (mit westfälischer Beteiligung) in osteuropäische Länder sind ein thematisch verwandtes Thema. Ein Reiseschriftsteller sui generis ist der Dortmunder Ulrich Straeter, der seine (größtenteils mit dem Fahrrad unternommenen) Reisen nach Irland, Schottland, Frankreich und Italien in feuilletonistischer Manier beschrieben hat. Außerdem fallen die Reisegedichte eines Ralf Thenior ein (»Drache mit Zahnweh im Wind«, 1990). Als Hörbuch gab der Autor gemeinsam mit »Archaic Pop Stuff« »24 Stunden auf dem Mekong, Ein konzertantes Live-Hörbild mit Reisegedichten und Ethno Funk« (1993) heraus.