S wie Salonliteratur

Der literarische Salon ist eine typische Erfindung der Biedermeierzeit. Vorbild waren die bedeutenden Salons der Rahel Varnhagen und Henriette Herz in Berlin und der Salon George Sands in Paris. Die Mindenerin Elise von Hohenhausen wurde in den 1920er Jahren in Berlin mit Bettine von Arnim, Rahel von Varnhagen, Fouqué und Chamisso bekannt. In ihrem eigenen Salon verkehrte unter anderem Heinrich Heine. Ihre Tochter Elise Rüdiger, Ehefrau eines preußischen Beamten, eröffnete im Winter 1838/1839 in Münster die »Heckenschriftsteller-Gesellschaft«, in dem die Droste und Levin Schücking verkehrten. Hier wurden – wie anderorts auch – beim »literarischen Tee« Neuerscheinungen diskutiert und eigene Werke vorgestellt. Parallel existierten (nicht nur in Münster) zahlreiche weitere »(Debattier-)Clubs«, »Kränzchen« und »Cirkel«. Literarisch einflussreich wurde der Kreis um den bereits genannten Münsterer Philosophiedozenten Christoph Bernhard Schlüter, in dem vor allem religiöse Literatur gefördert wurde (s. auch das Stichwort »konfessionelle Dichtung «).