Westfalen und die Welt. Engelbert Kaempfer (1651-1716) aus Lemgo ist der erste deutsche Forschungsreisende. Zwischen 1683 und 1692 gelangte er – unter Lebensgefahr – über Russland, Persien und Indien bis nach Japan, das damals für Europäer so gut wie nicht zugänglich war. Seine Aufzeichnungen und Skizzen dienten Generationen von Forschern als Orientierung. Fast zweihundert Jahre später traf eine preußische Japan-Expedition »fast Alles, was Kämpfer sah, genau so« an. Noch zu Lebzeiten Kaempfers erschienen seine »Aemonitates exoticae« (etwa: »Exotische Reize«) mit einer Fülle von Reiseeindrücken und Abhandlungen über Persien, Ostindien und Japan sowie vielen Kupferstichen, die nach seinen Zeichnungen angefertigt wurden. Seine »Geschichte Japans« erschien 1727 zuerst in englischer Sprache. Die deutsche Fassung folgte erst 30 Jahre später. Das systematische und umfassende Werk füllte eine Lücke, da eine umfassende, neuere Beschreibung seit vielen Jahrzehnten ausstand. Schon 1729 erschienen Übersetzungen ins Niederländische und Französische. Letztere wurde von der europäischen Intelligenz intensiv rezipiert. Dank der systematischen Konzeption und des Reichtums an Informationen prägte das Werk das europäische Japanbild im 18. Jahrhundert. An diesem Meilenstein der Erforschung Japans orientierten sich spätere Japanreisende bis hin zu Philipp Franz von Siebold.
Tondokumente
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History of Japan audio/mpeg, 5 MB


