1751 Florens Arnold Consbruch

»Jetzt da sich allgemach das Vorurteil verliert, / Und sie Geschmack und Witz, wie ihre Schönheit ziert, / So sieht man Schönen schon von diesem Vorzug ringen / Und hört die Donopin mit Ruhm und Beifall singen; / Und macht ihr Beispiel erst die muntern Schönen kühn / So wird Westphalens Lob in mehrern Liedern blühn.« Florens Arnold Consbruch (1729-1784), Richter in Herford und Bielefeld, veröffentlichte 1750 »Poetische Erzählungen« und im Jahr darauf seine »Versuche in westphälischen Gedichten«. Eine zweite Sammlung folgte 1756. In der Vorrede von 1750 warnt ein fiktiver Freund davor, das Wort »westfälisch« im Titel zu verwenden, da kein Leser einer anderen deutschen Provinz sich vorstellen könne, dass »die schönen Wissenschaften« auch im »rauhen« Westfalen anzutreffen seien. Lessing, sonst als Kritiker gefürchtet, lobte Consbruch: »Seine Arbeit ist nicht die schlechteste; man wird Stellen darin finden, die ein Genie verraten, welches sich das Mechanische der Poesie eigen gemacht hat.« Consbruchs Werk steht stellvertretend für viele Versuche, die westfälische Literatur im gesamtdeutschen Kontext zu rehabilitieren. Von hier her ergeben sich zahlreiche Überschneidungen zu den Bemühungen westfälischer Volksaufklärer, Lesen und Bildung zu popularisieren.

Galerie

Tondokumente

  • Westphälische Gedichte audio/mpeg, 10 MB