Der pietistisch inspirierte Entwicklungsroman »Heinrich Stillings Jugend. Eine wahrhafte Geschichte« steht neben so bekannten Beispielen wie Goethes »Wilhelm Meisters Lehrjahre« (1795f.) oder Gottfried Kellers »Der grüne Heinrich« (1879f.). Durch Stillings »kindlich-fromme« Erzählhaltung und die einfache Darstellung der Siegerländer Bauern, Bergleute, Eisenschmelzer und Schmiede fühlten sich die Zeitgenossen von diesem pietistisch inspirierten Werk in hohem Maße angesprochen. Realistische Einzelbeobachtungen und Naturschilderungen vermitteln das Bild einer in sich ruhenden, von Gott gefügten Welt. Christoph Martin Wieland urteilte: »Der Inhalt thut mir vor lauter Wohlwollen wehe«; Johann Georg Hamann lobte die heilige Einfalt des Werkes. Besonderen Gefallen an soviel frömmelnder Andacht fand Goethe, der das Manuskript ohne Wissen des Verfassers 1774 herausgab. Veranlasst durch den Erfolg, aber auch materielle Not ließ Jung-Stilling mehrere Bände folgen, von »Jünglingsjahre und Wanderschaft« bis zum »Alter«.
Tondokumente
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Wahre Geschichte audio/mpeg, 20 MB
