Der aus Dortmund gebürtige Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823 Leipzig) war der Begründer des »Conversations-Lexikons«, das als Universallexikon Vorbild für viele internationale Lexikonprojekte wurde. Als »Bockhaus-Enzyklopädie in 30 Bänden« liegt es inzwischen in 21. Auflage vor. Brockhaus hatte das »Conversations-Lexikon« nicht selbst ins Leben gerufen, sondern 1808 ein unvollständiges Lexikonprojekt aufgekauft. Die neue Auflage erschien 1812-1820 in 10 Bänden. Die Ziele des Lexikons sind in Band 15 der 11. Auflage wie folgt beschrieben: »Das Conversations-Lexikon [hat] die Flüssigmachung und Popularisierung der wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht für die die geschäftliche Praxis, sondern für die Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. […] Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit erlangt, die für ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und, wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß.[…] Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich für den einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen, nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der Dinge, sowie die Uebersicht über das Ganze, wenn nicht erschlossen, so doch erleichtert wird.«Im Verlagshaus »F.A. Brockhaus«, das zunächst in Amsterdam und später Leipzig angesiedelt war, erschienen weiterhin politisch-zeitkritische, aber auch literaturkritische Journale. Auf dem Gebiet der Monografien lag der verlegerische Schwerpunkt auf Werken zur Zeitgeschichte, Politik und Geschichte sowie auf biografischen Porträts. Darüber hinaus verlegte Brockhaus 1818 das Hauptwerk des zu jener Zeit noch nahezu unbekannten Philosophen Arthur Schopenhauer und ab 1821 die damals heftig umstrittenen Memoiren des venezianischen Abenteurers Casanova.
